ERP/MES/CAQ aus einer Hand beim Präzisionsteilezulieferer Amo-Tec Integriert und flexibel - Quality Engineering

ERP/MES/CAQ aus einer Hand beim Präzisionsteilezulieferer Amo-Tec

Integriert und flexibel

Blick in die 2014 neu bezogene Werkhalle von Amo-Tec: Die Präzisionsdrehteile werden heute auf über 20 modernen CNC-Maschinen erstellt Bilder: Amo-Tec
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Eine integrierte Lösung aus ERP-, MES- und CAQ-System von Gewatec ermöglicht dem noch jungen Präzisionsteilezulieferer Amo-Tec eine hohe Flexibiltät. Dabei fließen die Daten nahezu aller Messmaschinen und Messmittel direkt in das CAQ-Modul ein.
Mit fast 50 Mitarbeitern fertigt Amo-Tec in Erkheim im Allgäu Präzisions-Lang- und Kurzdrehteile sowie Baugruppen, die an Kunden in der Hydraulik/-Pneumatik- und Nutzfahrzeugindustrie, aber auch in der Medizintechnik und der Textil- oder Elektrotechnik gehen. Bei dem 2006 gegründeten Unternehmen erfordert der hohe Anspruch an die Qualität der Produkte eine genaue Planung klarer Strukturen und Fertigungsprozesse. „Wir haben zu Beginn in der Fertigungsplanung und -steuerung noch viel mit Excel gearbeitet und mit einer abgespeckten Version des ERP-Systems der Mutter. Es stellte sich aber schnell heraus, dass für uns als kleine flexible Firma mit ihren kurzen Reaktionszeiten das alte ERP viel zu schwerfällig war. Wir haben uns deshalb kurzerhand für eine neue, umfassende ERP-Branchenlösung für Präzisionsdrehteile von Gewatec entschieden“, erklärt Geschäftsführer Bruno Hanselka.
Überzeugt hat ihn der ganzheitliche Ansatz der Lösung, in der alle Bereichsmodule in einem integrierten ERP-System auf Grundlage einer Datenbasis interaktiv zusammenarbeiten. Gerade für Drehteilehersteller wie Amo-Tec sei es wichtig, dass so entscheidende Bereiche wie BDE/MDE oder CAQ nicht über separate und durch Schnittstellen angebundene Systeme gesteuert werden. Denn das bedeute immer Streuverluste, zum Beispiel bei der Erfassung, Analyse und Darstellung der Fertigungsinformationen in Echtzeit, die über Schnittstellen langsamer und nicht immer fehlerfrei laufen.
Installiert wurde das Gewatec-ERP/MES mit den Modulen Winkalk (Kalkulation), PPS, Kapplan (Leitstand zur Kapazitätsplanung), Grips (CAQ), Provis (BDE/MDE), Produktionsmittel-Management (PMS) sowie Dokumentenverwaltung. Da die Lösung modular aufgebaut ist, kann jeder Anwender die Funktionalitäten nach seinen Bedürfnissen auswählen und eine spätere Erweiterung ist jederzeit möglich. So sollen bei Amo-Tec als nächstes die DNC-Programmübertragung an die BDE/MDE-Terminals und Energiemanagement-Funktionen des Systems zur Unterstützung der angestrebten Zertifizierung nach der Umweltmanagementnorm DIN EN ISO 14001 eingeführt werden. Heute steuern die Werker über gut 30 Arbeitsstationen (PCs und die von GEWATEC selbst entwickelten und hergestellten BDE/MDE-Industriemaschinen-Terminals) eine Drei-Schicht-Fertigung im Sechs-Tage-Betrieb mit kleinen bis mittleren Serien.
„Provis mit den BDE/MDE-Terminals an den Maschinen nutzen wir am intensivsten. Aber erst im integrierten Zusammenspiel mit dem PPS, der Kapazitätsplanung, der laufenden Nachkalkulation oder anderen Auswertungen wie etwa CAQ kann der volle Wert der Daten entschlüsselt werden“, erklärt Tobias Haugg, Leiter der Prozessentwicklung. Die MDE/BDE-Einführung wurde von den Werkern zu Beginn mit ‚Argusaugen‘ verfolgt, aber es sei schnell klar geworden, dass es nicht um ihre Überwachung, sondern die der Fertigung geht. Zudem hat das BDE/MDE für den Werker auch handfeste Vorteile. So kann er heute etwaige Stillstandgründe wie Rüsten, Werkzeugwechsel und -bruch, Wartungen oder technische Defekte der Maschine direkt am Terminal melden, damit sie der Schichtleiter sofort im Laufzeitdiagramm auf seinem Leitrechner hat. Generell gelangen die Auftragsdaten per Barcode und RFID in das System. Die gefertigten Teile erfassen die Maschinen-Terminals Stück für Stück automatisiert mittels eines Signals direkt von der Maschine.
Das kurzfristige Reagieren von Werker und Geschäftsführung auf Erreichen von Fertigungskennzahlen oder auf unerwartete Störungen in der Fertigung unterstützt auch die sogenannte Prozessampel von Gewatec. Diese zeigt auf vier Signalebenen dem Werker jeweils in den Ampelfarben den Zustand beziehungsweise die Grenzwerte für die Gesamtanlagen-Effektivität, den Cpk-Wert für die Prozessfähigkeit, die Aufforderung zur SPC-Messung und mit der untersten Leuchte einen Hinweis zum Werkzeugwechsel an. Damit kann der Werker auf Basis der Online-BDE/MDE-Datenauswertung auf einen Blick erkennen, wenn bei der Leistungsfähigkeit der Maschine oder in der Qualität des Prozesses Änderungen auftreten (gelbe Ampel) und somit frühzeitig Maßnahmen einleiten. Ebenso wird er so an die anstehende SPC-Messung und den Werkzeugwechsel erinnert.
„Ein Qualitätsmanagement in der heutigen Form war vor Gewatec nicht möglich“, so Haugg. Die Erstellung und Verwaltung der Prüfpläne habe sich wesentlich vereinfacht. Norm- und kundenspezifische Prüfmerkmale und -intervalle für das SPC sind im System hinterlegt. Die Daten nahezu aller Messmaschinen und Messmittel gehen direkt in das CAQ-Modul ein. Auch die Wareneingangsprüfung und die Messmittelverwaltung sowie das Reklamationsmanagement werden über Grips abgewickelt. Das CAQ war auch wichtiger Bestandteil der QS-Zertifizierung und garantiert heute im Zusammenspiel mit PPS, BDE & Co. die für Zertifizierung und Regress wichtige Rückverfolgbarkeit der Fertigungs- und Qualitätsdaten aller Fertigungsstufen oder eines Zulieferteils bis zum Rohmaterial. ■

Der Autor
Eduard Rüsing
Fachjournalist
im Auftrag von Gewatec
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