Prozess- und Werkzeugprüfung für Verschraubungsprozesse Sicher verschraubt - Quality Engineering

Prozess- und Werkzeugprüfung für Verschraubungsprozesse

Sicher verschraubt

Bei VW Osnabrück arbeiten insgesamt 13 Mitarbeiter mit QS-Torque, vier sind ständig aktiv mit der Lösung beschäftigt Bild: Volkswagen
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Sicherheitsrelevante Verschraubungen werden in der Automobilindustrie besonders sorgfältig geprüft. Wichtig für einen durchgängigen Prozess ist, dass diese Prüfungen unabhängig von den verwendeten Werkzeugen und von bestimmten Herstellern möglich ist. VW Osnabrück sichert diese Schraubprozesse mit QS-Torque ab.

Anhand definierter Messpunkte lassen sich in der Produktion die Messgrößen zur Fertigung der Produkte verwalten. Auf diese Weise kann sich ein Hersteller sicher sein, dass die Prozessschritte zur Fertigung der Produkte innerhalb vorgegebener Toleranzen lagen und auch die Werkzeuge wie vorgesehen eingesetzt werden konnten. Nicht nur die Prozessfähigkeit, sondern auch die Maschinenfähigkeit wird dadurch abgesichert.

Entsprechende vorgeschriebene Prüfungen sind durch diese Vorgehensweise mit einer Standardsoftware um ein Vielfaches schneller und leichter zu organisieren und durchzuführen. Eine besondere Relevanz hat auch die dauerhafte Dokumentation und Historisierung von Werkzeug- und Prozessdaten sämtlicher Schraubstellen. So lässt sich auch in möglichen Produkthaftungsfällen ein ordnungsgemäßer Prozess nachweisen. Nicht nur, dass exakt und fest genug verschraubt wurde, sondern auch, dass das passende Werkzeug zum Einsatz kam oder ein Aufkleber auf der richtigen Stelle angebracht wurde, sollte dabei dokumentiert werden.
Für Verschraubungsprozesse ist insbesondere die Aufbewahrungspflicht für Daten durch viele Richtlinien und Vorgaben geregelt. Die Datenvorhaltung ist etwa in der VDI/VDE 2862 und der VDI/VDE 2646 vorgeschrieben. Daneben entscheidet jeder Hersteller eigenständig, welche der erfassten Daten ausgewertet werden und somit auch die Basis für eine kontinuierliche Qualitätssicherung der Prozesse bilden. Hier können insbesondere Untersuchung von Schraubverbindungen durch Kurvenanalysen wertvolle Erkenntnisse in Bezug auf den Prozess bieten. Etliche Qualitätsprobleme lassen sich bereits präventiv erkennen und beheben, bevor überhaupt Sicherheitsmängel entstehen. Weitere Prüfbedingungen und Auswertungen definiert der Hersteller ebenfalls individuell.
Immer die gleiche Qualität beim Nachziehdrehmoment
Auch bei VW Osnabrück ist für die Absicherung der Schraubprozesse QS-Torque im Einsatz. Mit der CAQ-Lösung von CSP kann der Hersteller für den Nachziehdrehmoment einer Verschraubung nachweisen, dass hier jederzeit die gleiche Qualität sichergestellt war und ist.
Schon als das Werk noch zur Karmann-Gruppe gehörte, war QS-Torque als Software für die Werkzeugprüfung im Einsatz. Seit der Übernahme durch VW im Jahr 2010 wurde die Lösung weiterhin regelmäßig upgedatet. Mit dem Ziel, für die interne Qualitätssicherung die eigene Prozessfähigkeit sauber zu dokumentieren, wurde bei der Einführung kurz vor dem Jahrtausendwechsel ein manuelles System abgelöst. Damals wurden die Stichproben noch auf Qualitätsregelkarten per Hand notiert und auch manuell ausgewertet.
1500 Einzelprüfungen pro Schicht bei Verschraubungen der Sicherheitsklasse A und B
Heute kontrolliert VW Osnabrück die Schraubprozesse mit besonders flexiblen, modernen Prüfschlüsseln. Seit einiger Zeit setzt der Hersteller die Freedom3-Prüfschlüssel von SCS zur Qualitätskontrolle von verschraubten Bauteilen an drei Produktionslinien ein. Aufgenommen werden hier dann für die Verschraubungen der Sicherheitsklasse A und B insgesamt 1500 Einzelprüfungen pro Schicht. An den drei geprüften Linien produziert das Werk das VW Golf Cabrio sowie die beiden Porsche-Typen Cayman und Cayenne. Insgesamt laufen rund 250 Fahrzeuge am Tag vom Band. Mit QS-Torque werden die Daten der Nachziehdrehmomente ausgewertet und auch archiviert. Weitere Schraubwerte speichert das VW-Primärsystem.
Die Zahl der regelmäßigen Stichproben entspricht dem VW-internen hohen Qualitätsstandard. Die gesamte Qualitätssicherung, bei der die Prüfung von Werkzeugen und Prozessen einen wichtigen und zuverlässigen Bestandteil darstellt, erfüllt die Vorgaben des Gesetzgebers für eine beherrschte Produktion. Intern wurden die Anforderungen zusätzlich mit den Technischen Leitlinien zur Dokumentation spezifiziert. Entsprechend werden die Einzeldaten der Stichproben erfasst und abgelegt.
Insgesamt arbeiten 13 Mitarbeiter bei VW Osnabrück mit QS-Torque, vier sind ständig aktiv mit der Lösung beschäftigt. Gruppenleiter Norbert Siepker, zuständig für die Schraubtechnik und WI-Montage, schätzt an der Software insbesondere die Möglichkeit, Berechtigungen gezielt zu vergeben. So gibt es etwa Mitarbeiter, die die Daten lediglich aus den Schlüsseln auslesen und sie mit QS-Torque auswerten, und andere, die mit einer Administrationsberechtigung auch Programmierungen vornehmen und Einstellungen verändern können.
Der Wechsel der Prüschlüssel war einfach möglich mit der Software
Insgesamt ist die Handhabung einfach und intuitiv. Generell läuft die Software auch durchgängig störungsfrei, sodass der CSP-Support selten benötigt wird. Trat in der Vergangenheit einmal ein Problem auf, konnte dieses mit telefonischer Unterstützung vom Hersteller aus Großköllnbach schnell behoben werden. Bei der Einführung der neuen Prüfschlüssel war zudem ein Servicetechniker vor Ort, um die Lösung einzurichten und eine reibungslose Kommunikation zwischen Prüfschlüssel und QS-Torque sicher zu stellen.
Siepker stellt einen Vorteil der Software heraus, die in der Automobilbranche den Status eines Quasi-Standards inne hat: „Ein großes Plus an QS-Torque ist, dass sich mit dieser Lösung die neue Generation von Prüfschlüsseln so schnell und einfach einführen ließ. Wir konnten unsere gewohnte Software behalten und dabei die Werkzeugprüfung auf ein neues Niveau heben.“ ■

Der Autor

40250266

Hermann Pellkofer
Geschäftsführer
CSP
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