Regelmäßiges Überwachen reduziert Aufwand

Einfacher und zuverlässiger

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Um eine durchgängige Qualität zu gewährleisten, müssen Fertigungsbetriebe ihre Mess- und Prüfmittel regelmäßig überwachen. Dies gilt insbesondere für Hersteller von Präzisionsgeräten, wie die Swarovski Optik KG in Absam im österreichischen Tirol. Mit Hilfe der Mess- und Prüfmittel-Organisation MPO, die in Verbindung mit der Werkzeug- und Betriebsmittelverwaltung TDM der Tübinger Walter Informationssysteme GmbH arbeitet, hat man den Aufwand beim regelmäßigen Überwachen und Prüfen der Mess- und Prüfmittel wesentlich reduziert.

Herbert Ladstätter, Absam, Österreich; Jürgen Auer, Tübingen

Um dauerhaft genaue Werkstücke zu fertigen und damit eine hohe Qualität zu gewährleisten, müssen Mitarbeiter in der Fertigung über einwandfreie Mess- und Prüfmittel verfügen. Dazu müssen diese vom unternehmensinternen Qualitätsmanagement fortlaufend überwacht werden. In angepassten Intervallen sind die Mess- und Prüfmittel auf sichtbare Schäden, Maßhaltigkeit und Messgenauigkeit zu prüfen und ggf., je nach Bauart der Messgeräte, zu kalibrieren. Diese Arbeitsschritte sind zum einen vorausschauend zu planen, zum anderen sorgfältig zu protokollieren und zu dokumentieren.
Zeit-, arbeits- und kostenaufwändig
Mit manuell geführten Listen und Karteien, wie bisher üblich, ist dies für die Mitarbeiter des Qualitätsmanagements zeit- und arbeitsaufwändig. Zudem müssen zahlreiche Mess- und Prüfmittel mehrfach beschafft werden, damit die Mitarbeiter in der Fertigung durchgängig über das entsprechende Mess- und Prüfmittel verfügen, während das jeweils mehrfach vorhandene geprüft wird. Dadurch verursacht die regelmäßige Überwachung der Mess- und Prüfmittel allerdings unnötig hohe Kosten. Wegen der heute hohen Qualitätsansprüche und der Produzentenhaftung für evtl. Schäden aus einem fehlerhaften Produkt ist sie aber unabdingbar. Wesentlich günstiger und damit wirtschaftlicher als mit manuell geführten Listen und Karteien arbeiten Fertigungsbetriebe mit einer rechnergestützten Organisation zur Überwachung ihrer Mess- und Prüfmittel.
Schneller und übersichtlicher
Dies hat auch die Swarovski Optik KG in Absam im österreichischen Tirol erkannt. Insgesamt 480 Mitarbeiter entwickeln und produzieren optische Geräte. Das Spektrum umfasst Taschenferngläser, hochwertige Teleskope, Zielfernrohre in unterschiedlichen Ausstattungen sowie Nachtsichtgeräte. Die dafür benötigten Komponenten – Tuben, Deckel, Stelltriebe, Einstellschrauben, Rahmen und Linsenfassungen – sind wegen der schwierigen, aufwändigen Fertigung sehr kostenintenisv. Um nicht unnötig Kapital zu binden, versucht man, sie möglichst kurzfristig und bedarfsorientiert zu fertigen. Das ist allerdings nur mit einer flexiblen Fertigung und bei minimierten Durchlaufzeiten möglich. Selbstverständlich überwachen die Mitarbeiter in der Fertigung ihre jeweiligen Arbeitsschritte selbst. Damit erreicht der Optikhersteller eine optimale Flexibilität bei minimalen Kosten. Fehler in der Fertigung werden frühzeitig erkannt, die fehlerhaften Werkstücke bzw. Baugruppen unverzüglich nachgearbeitet bzw. ohne weitere Bearbeitung aussortiert. Durch diese fertigungsnahe Qualitätsprüfung vermeidet der Optikhersteller das Weiterbearbeiten fehlerhafter Bauteile, das unnötig aufwändig und kostenintensiv wäre. Zur fertigungsnahen Qualitätsprüfung benötigen die Mitarbeiter allerdings eine Vielzahl an Mess- und Prüfmitteln. Ein Teil davon entspricht nationalen und internationalen Normen. Dazu gehören u. a. Messschieber, Rachenlehren und Grenzlehrdorne zum Prüfen von Passmaßen an Wellen und in Bohrungen bzw. an Gewinden. Darüber hinaus gibt es in Absam zahlreiche Sonder-Mess- und Prüfmittel. Dies sind beispielsweise Vorrichtungen zum Messen bzw. Prüfen konischer Tuben oder teilmontierter Baugruppen.
Damit sich die Fertigungsmitarbeiter auf die Genauigkeit und Zuverlässigkeit dieser Mess- und Prüfmittel verlassen können, müssen diese regelmäßig überwacht, geprüft und ggf. kalibiert werden. Dafür sind die Mitarbeiter des Qualitätsmanagements verantwortlich. Seit nunmehr knapp zwei Jahren vereinfachen und beschleunigen sie ihre Arbeit wesentlich durch den Einsatz der Mess- und Prüfmittelorganisation MPO der Walter Informationssysteme GmbH. Diese Software arbeitet in Verbindung mit der ebenfalls in Tirol eingesetzten Werkzeug- und Betriebsmittelverwaltung TDM. Inzwischen gibt es auch eine Version, die unabhängig davon arbeitet, als eigenständiges Client-Server-System.
Automatische Erinnerung
Die rechnergestützte Mess- und Prüfmittelverwaltung MPO hat zahlreiche Vorteile. Zum einen vermeidet sie den manuellen Schreibaufwand für Listen und Karteikarten. Sie enthält bereits eine Klassen- und Gruppenstruktur sowie symbolische Darstellungen (Icons) einer Vielzahl von Mess- und Prüfmitteln. Dazu gibt es vorgefertigte, parametrisierte Grafiken für Standard-Mess- und Prüfmittel, die der Anwender lediglich mit Abmessungen ergänzt. Das automatische Berechnen der Abmaße mit den bereits in der Software MPO integrierten Abmaßtabellen minimiert den Aufwand bei der Dateneingabe. Ebenso stehen standardisierte Prüfpläne (angelehnt an VDI/VDE/DGQ 2618) als Vorlagen zur Verfügung. Sie enthalten ausführliche Anweisungen zu den jeweils erforderlichen Arbeiten beim Überwachen und Prüfen der Mess- und Prüfmittel. Selbstverständlich können die Mitarbeiter des Qualitätsmanagements diese bearbeiten, ergänzen und z.B. auch durch digital gespeicherte Fotos illustrieren. Für jedes der Norm entsprechende Mess- und Prüfmittel enthält die Software bereits übliche Prüfintervalle. Die Mitarbeiter im Qualitätsmanagement können diese anpassen. Kriterien dafür sind z.B. die Nutzungshäufigkeit oder die spezifische Abnutzung einzelner Mess- und Prüfmittel. Aus den über lange Zeiträume gespeicherten Protokollen und Dokumentationen für jede Prüfung kann sehr einfach eine vollständige Historie für jedes Mess- und Prüfmittel erstellt werden. Auf Wunsch erstellt die Mess- und Prüfmittelverwaltung MPO auch Regressionsanalysen aus Mess- und Prüfdaten. Daraus leiten dann die Mitarbeiter die jeweilige Abnutzung und die ggf. erforderliche Neubeschaffung einzelner Mess- und Prüfmittel ab. So lassen sich Investitionen für Mess- und Prüfmittel mit Hilfe der Mess- und Prüfmittelverwaltung MPO rechtzeitig und übersichtlich planen.
Anwenderspezifische Prüfvorrichtungen aufnehmen
Beim Optikhersteller in Absam gibt es zahlreiche spezielle Mess- und Prüfvorrichtungen. Diese müssen selbstverständlich ebenfalls überwacht und in regelmäßigen Intervallen geprüft werden. Mit der Mess- und Prüfmittelverwaltung MPO ist das problemlos möglich. Die Datenbank lässt sich mit anwenderspezifischen Daten ergänzen. Mitarbeiter mit speziellen Zugangsfunktionen können zusätzliche, unternehmensspezifische Felder und Datenblätter anlegen und den Mitarbeitern im Qualitätsmanagement zur Verfügung stellen. Dadurch ist die Mess- und Prüfmittelverwaltung flexibel und universell für sämtliche Mess- und Prüfmittel verwendbar. Beim Optikhersteller in Tirol enthält sie inzwischen über 5000 Datensätze für die in der Fertigung verwendeten Mess- und Prüfmittel sowie Sondervorrichtungen.
Mess- und Prüfarbeitenschneller und zuverläsiger
Insbesondere beim Überwachen, Messen, Prüfen und Kalibrieren von Standard-Mess- und Prüfmitteln hat die Mess- und Prüfmittelverwaltung MPO für die Optikhersteller in Tirol weitere Vorteile. Über eine Standard-Schnittstelle haben die Mitarbeiter in Absam beispielsweis eine automatische Messmaschine zum Messen von Längen und Durchmessern mit dem Personal-Computer zum Bearbeiten der Software verbunden. Nach dem Aufrufen des zu messenden Prüfmittels zeigt die Software übersichtlich am Farbbildschirm die Daten des Prüfmittels und die auszuführenden Messungen. Der Mitarbeiter spannt das Prüfmittel auf die Messmaschine und misst entsprechend den Anweisungen. Auf Tastendruck übernimmt die Software automatisch die Messdaten in die Datenbank. Das vermeidet zum einen Übertragungsfehler, zum anderen beschleunigt es das Messen der Standard-Prüfmittel erheblich. Durch diese direkte Anbindung der Messmaschine haben die Mitarbeiter im Qualitätsmanagement beim Optikhersteller in Tirol die Zeiten und den Aufwand zum Überwachen, Messen und Prüfen der Mess- und Prüfmittel um bis zu 25 Prozent reduziert. Zusätzlich konnten sie die Anzahl der im Unternehmen erforderlichen Mess- und Prüfmittel verringern. Durch das raschere Prüfen stehen die Mess- und Prüfmittel kurzfristig wieder in der Fertigung zur Verfügung. Dadurch entfällt das mehrfache Bevorraten von Mess- und Prüfmitteln. Mit der Mess- und Prüfmittelverwaltung MPO verfügen die Mitarbeiter im Qualitätsmanagement beim Optikhersteller in Absam inzwischen über ein effizientes, kostenreduzierendes Hilfsmittel. Durch die Kombination mit der Werkzeug- und Betriebsmittelverwaltung TDM profitieren sie zusätzlich. Sie können die Mess- und Prüfmittel ähnlich wie Werkzeuge ein- und auslagern und deren Umlauf im Betrieb verfolgen. Das schafft eine optimale Transparenz im Einsatz der Mess- und Prüfmittel.
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