Aus Österreich in die Welt

Gut gekühlt

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Die Firma DAU in Ligist besteht seit 1970 und hat alle Höhen und Tiefen eines Unternehmens, die ein Betrieb erleben kann, durchgemacht. Die Niederlassung in Ligist mit Stammhaus in Deutschland wurde 1970 gegründet. Nach dem Konkurs der Mutter in Deutschland und weiteren Turbulenzen Ende der achtziger Jahre hat die High-Tech-Firma EBG In Kirchbach 1992 die Firma DAU erworben. Seit diesem Zeitpunkt leitet Harald Adelmann den Betrieb in Ligist.

Dort setzt man heute auf zwei Produktionslinien: die Herstellung von Hochleistungskühlkörpern für Luft-und Flüssigkeitskühlung von Leistungshalbleitern und auf die Fertigung von Wärmeleitrohren (so genannten Heatpipes), das sind mit Vakuum versetzte und mit etwas Wasser gefüllte Kupferrohre.

Jahrelang hat man in Ligist elektronische Bauelemente für die Unterhaltungselektronik gefertigt. Doch dieser Markt ist weltweit stark umkämpft und ein Bestehen in der Massenproduktion gegen die Konkurrenz der Billiglohnländer des fernen Ostens ist kaum möglich. Daher lautet die Firmenstrategie: „weg von der Konsumerindustrie und hin zu Marktnischen“. Mit seinem Know-how kann das Unternehmen höchstwertige Produkte anbieten, die zwar in geringer Stückzahl erzeugt werden, dafür aber eine hohe Technologie und gute Erträge aufweisen.
Heute beschäftigt DAU rund 60 Mitarbeiter und liefert seine Produkte in viele Länder der Welt, wie zum Beispiel nach Deutschland, Frankreich, Finnland, Schweden, Italien, Spanien, England, in die vereinigten Staaten, nach Südafrika, Hongkong und sogar China.
Die Produktion von Drehkondensatoren und Potentiometern hat man 1994 nach Bulgarien und Slowenien verlagert. In Ligist hat man dann ausschließlich mit der Fertigung von Kühlkörpern begonnen.
Weltraumtechnologie für die Industrie
Ein innovatives Produkt ist die so genannte „Heatpipe“. Hier ist DAU neben zwei weiteren Herstellern in Europa mit ein Marktführer. „Diese Wärmeleitrohre“, erklärt Harald Adelmann, „sind kleine thermodynamische Kraftwerke, die keine beweglichen Teile haben und Wärme bis zu 1000 mal besser leiten als zum Beispiel ein massiver Kupferstab. Die Heatpipe transportiert Wärme von A nach B, solange ein Temperaturunterschied besteht. Die Distanz dabei ist nicht maßgeblich. Das System beruht auf dem Dampfprinzip, nachdem Wasserdampf höhere Energien transportieren kann als jedes andere Medium. Das Ganze sitzt in einem geschlossenen Rohr. Wie lang dieses Rohr ist, ob 10 cm oder 100 m ist egal. Es gibt keine Begrenzung nach oben. Das Rohr wird unter Vakuum gesetzt, dadurch siedet das Wasser im Rohr bereits bei Raumtemperatur und hat die Eigenschaften des Wasserdampfes. Es nimmt Energie auf und sucht sich in Schallgeschwindigkeit einen Platz, der kühler ist und es kondensieren kann“. Das System wurde ursprünglich von der Nasa zur Kühlung von Satelliten erfunden, aber bisher nie industriell verwendet. Vor etwa 10 Jahren hat man es dann für die Elektronik und andere Techniken wieder entdeckt. Im industriellen Einsatz eine relativ neue Technologie und speziell bei uns in Europa auch relativ unbekannt. Harald Adelmann: „Das Unternehmen DAU leistet hier Pionierarbeit, den Anwendern die Einsatzmöglichkeiten zu zeigen. Im Moment liegt diese Technologie etwa bei 10 bis 12% unseres Produktionsanteiles. Mit steigender Tendenz“.
Die Anwendungen für diese Wärmeleitrohre sind vielfältig, so kühlen sie zum Beispiel die Prozessoren in Laptops, finden aber auch in der Leistungselektronik, Medizintechnik, Automobiltechnik, Werkzeug-und Formenbau sowie vielen anderen Gebieten ihre Anwendung. Die neueste Anwendung kommt wieder aus dem Computerbereich, nämlich die des geräuschlosen Computers. Durch Abfuhr der Wärme über Heatpipes vom Prozessor, der Northbridge und der Grafikkarte zu außen am Gehäuse liegenden Kühlflächen werden keine Lüfter mehr benötigt. Nur die LEDs und ein kurzes Zucken der Festplatte verraten bei diesen Computern, dass das System auch läuft. Damit können endlich Multimediaanwendungen fürs Wohnzimmer mit Computern realisiert werden. Interessant ist, dass es weltweit nur eine Hand voll Hersteller für Heatpipes gibt – und einer davon ist die Firma DAU in Ligist in der Steiermark.
Hohe Anforderungen an die Qualität
Tanja Nistelberger ist bei DAU verantwortlich für das Qualitätsmanagement. Der Betrieb ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000. Auf die Frage, ob dies eine grundlegende Forderung seitens der Kunden ist, sagt Tanja Nistelberger: “Es ist ein gewisser „freiwilliger Zwang“. Es ist heute für alle großen Firmen wie Siemens, Bombardier etc. und auch der Automobilindustrie Voraussetzung, dass man zertifiziert ist. Es wird einfach verlangt. Bis vor etwa fünf Jahren hat man noch ohne Zertifikat zuliefern können, aber heute ist es Stand der Technik“.
Eine Qualitätssicherung hat es im Haus DAU immer gegeben. Die Zertifizierung ist mit neuen Mitarbeitern durchgeführt worden. Erweitert hat sich dadurch der Anteil der Dokumentation. Vom Qualitätswesen her hat es aber auch durch Veränderung von Strukturen und Maßnahmen Einsparungen in der Fertigung gegeben. Das Werk in Slowenien ist ebenfalls bereits zertifiziert. Die Qualitätssicherung dort läuft nach den Vorgaben aus Ligist. “Wir haben die entsprechenden Spezifikationen, nach denen überall gearbeitet wird. Die Endkontrolle ist aber wieder hier im Haus. Also alle Produkte, die zum Kunden gehen, gehen über unser Qualitätswesen.“ So Tanja Nistelberger. Qualität, verbunden mit Präzision, zeichnet die Produkte aus Ligist aus. So nimmt die Qualitätssicherung mit 20% an den Produktionskosten einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert ein. Denn Produkte aus Ligist werden vor allem in der Antriebstechnik, Medizintechnik, Laserindustrie und Computertechnik eingesetzt. Namhafte Kunden sind Konzerne wie Siemens, ABB, Bombardier, Agilent, Robert Bosch, APC, General Electric, Buderus, Epcos, Ericsson, Harris, Krauss Maffei, Semikron, Trumpf Laser, Vestas und viele mehr.
Tanja Nistelberger: “wir sind gerade dabei, KVP einzuführen, wobei das betriebliche Vorschlagswesen in Qualitätszirkeln erweitert wird. Ein weiterer Punkt ist die Reklamationsbearbeitung, die zeitnah und zusammen mit den Kunden durchgeführt wird, entweder hier bei uns im Haus oder beim Kunden. Wir haben viele Kunden in der Automobilindustrie und auch Luftfahrt, die mit der QS 9100 arbeiten und die wir natürlich auch berücksichtigen müssen.“
Bei Vorschlägen, die zur Reduzierung der Kosten führen, gibt es für die entsprechenden Mitarbeiter auf jeden Fall Prämien. Grundsätzlich gibt es für jede gute Idee eine Anerkennung und auch eine Analyse zur praktischen Umsetzung. Tanja Nistelberger: “Unsere Produkte erfordern eine hohe Qualität und dies versuchen wir bereits im Produktionsprozess umzusetzen. Wir haben also viele fertigungsbegleitende Prüfungen und eine relativ hohe Anzahl an Mitarbeitern in der Qualitätssicherung. Typische Prüfungen sind zum Beispiel 3D-Koordinatenmessungen, und zwar sowohl taktil als auch optisch“.
Dau, Ligist (A)
QE 554
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