Virtuell im Team lernen

House of Quality online

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Die neue Form des Lernens: Ein Online-Lehrgang transportiert bewährte und neue Lehr- beziehungsweise Lerninhalte über das individuell nutz- und steuerbare Informations- und Kommunikationsmedium Internet. Quality Function Deployment (QFD) ist der erste Internet-Kurs, den diese Akademie auf ihrer neuen digitalen Weiterbildungsplattform anbietet. Kleine, interaktive Arbeitsgruppen werden dabei von einem Online Instructor betreut.

Ingeborg Süß und Dipl.-Ing. Markus Wimmer, München

Aus Kostengründen müssen immer mehr Unternehmen bereits heute Abstriche bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter machen. Im Themenkomplex Schulung und Weiterbildung zu Qualitätstechniken und Qualitätsmanagement ist dies besonders fatal, denn hier besteht nach wie vor Nachholbedarf, will man die Querschnittsaufgabe „kontinuierliche Qualitäts- und Leistungsverbesserung“ auf eine fundierte Wissensbasis aller Mitarbeiter stellen. Die negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit sind damit vorprogrammiert. Nur wer heute schneller als der Wettbewerb lernt, kann schneller auf Veränderungen im Markt reagieren.
Lernen flexibilisieren
Mit ihrer Weiterbildungsplattform (Bild 1) reagiert diese Akademie auf diese wachsende Problematik im industriellen Alltag: Lernen wird durch „Lernen im Internet“ zeit- und ortsunabhängig – und damit einem breiten Teilnehmerkreis parallel zugänglich. Wer wenig Zeit hat, kann auf diese Weise direkt vom Arbeitsplatz oder vom Rechner zu Hause aus sein Wissen erweitern, individuell, aktuell, umfassend und kostengünstig. So lassen sich beispielsweise die ruhigeren Zeiten des Tagesgeschäfts gezielt zur Weiterbildung nutzten. Zeit- und kostenschonend für Unternehmen und Kursteilnehmer ist das Wegfallen längerer Abwesenheitszeiten vom Arbeitsplatz, von Fahrtzeiten und Übernachtungskosten.
Lernen erfordert allerdings auch, sich mit anderen austauschen zu können, verschiedene Perspektiven des gleichen Sachverhalts zu diskutieren und Wissen zu teilen. Damit der Lernende beim Online-Lernen nicht isoliert ist, sind Chats und Diskussionsforen zentraler Bestandteil innerhalb der Lernumgebung der Akademie. Hier können die Kursteilnehmer Fragen im Lernteam eines Lehrgangs untereinander und mit dem sie im Hintergrund betreuenden Teletutor online diskutieren. Anders als bei klassischen Präsenzseminaren fordert ein Online-Kurs allerdings eine hohe Eigenmotivation und Selbstdisziplin: Beide beeinflussen in entscheidendem Maße den Lernerfolg. Der Umgang mit PC, E-mail und Internet wird hier nicht vermittelt; diese Fähigkeit und die Bereitschaft, „moderne Arbeitsmittel“ zu nutzen, muss der Teilnehmer mitbringen.
Online-Lernen am Beispiel QFD
Der erste Lehrgang auf der neuen Lernplattform heißt „Quality Function Deployment (QFD)“: die systematische Qualitätsplanung aller Phasen der Produktentstehung im „House of Quality“ unter direkter Einbindung von Kundenerwartungen und Kundenwünschen. Dieses QM-Werkzeug gewinnt unter anderem im Automobil- und Automobilzulieferbereich immer stärker an Bedeutung. Die Kursdauer vom ersten Kennenlernen bis zum Erlangen von Handlungskompetenz zur Umsetzung von QFD in die eigene Betriebspraxis ist mit rund sechs Wochen veranschlagt. Der Anbieter gibt als Lernempfehlung etwa eine Stunde pro Tag, konsequent und möglichst zu regelmäßigen Zeiten vor. Während der gesamten Kursdauer steht ein Teletutor zu festgelegten Zeiten online beziehungsweise per Telefon und in der übrigen Zeit per E-mail zur Verfügung.
Auf die Erfahrungen mit dem QFD-Kurs aufbauend, plant die TÜV Akademie im Qualitätsmanagement bereits weitere Lehrgänge auf dieser Lernplattform: „Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA)“ sowie „Tools und Methoden des kundenorientierten Prozessmanagements (ISO 9000:2000)“.
Zu jedem Lehrgang findet ein empfohlenes, aber nicht zwingend zu absolvierendes halbtägiges Präsenztraining statt. Damit soll die Anonymität des eigenständigen Online-Lernens aufgebrochen werden: Die etwa 20 Kursteilnehmer lernen sich untereinander und den sie betreuenden Teletutor kennen. Hier können sie auch ihre Arbeitsgruppe mit maximal fünf Teilnehmern wählen, mit denen sie während der Kursdauer „enger“ zusammenarbeiten wollen. Sie vereinbaren Termine, zu denen sie sich im Internet treffen und in den Chats kommunizieren. Im Präsenztraining erhalten die Teilnehmer Grundanleitungen, wie sie künftig in der virtuellen Lernumgebung lernen und miteinander kommunizieren können. Zum Nachlesen gibt es Unterlagen über den Umgang mit der Lernumgebung im Internet.
Modulare Struktur
Der Lehrgang QFD ist modular strukturiert. Das betrifft sowohl die Lehr- und Lerninhalte als auch die methodisch-didaktische Vorgehensweise (Bild 2). Inhaltlich reichen die Module vom ersten Kennenlernen dieser QM-Methode bis zum definierten Lernziel: die Methode auf die Erfordernisse des eigenen Unternehmens im gesamten Produktentstehungs- und Leistungserbringungsprozess anwenden zu können – von der Identifikation und Berücksichtigung der „Stimme des Kunden“ bis hin zu daraus abgeleiteten, mehrstufig abgestimmten konkreten Ausführungsplänen und Handlungsanweisungen.
Methodisch-didaktisch sind die inhaltlich aufeinander aufbauenden Module jeweils untersetzt mit interaktiven Web-Pages, einem herunterladbaren detaillierten Lernbrief, Newsgroups und Chats, wo der Einzelne mit den Mitgliedern seiner Arbeitsgruppe oder auch allen Kursteilnehmern diskutieren und Fragen klären kann sowie Links zu ergänzenden Literaturquellen und derzeit verfügbaren themenbezogenen Web-Pages von Organisationen im Internet und einem das jeweilige Modul abschließenden Test mit Multiple-Choice-Fragen zur Überprüfung des individuellen Lernfortschritts.
Auf den interaktiven Web-Pages eines Moduls erhält der Lernende einen ersten Einblick über Inhalt, Struktur und Bedeutung (Lernziel) dieses Moduls. Die diesen Einblick abschließende Lernempfehlung (Bild 3) gibt ihm Hinweise wie er systematisch weitergehen kann. Mit dem Lernbrief erarbeitet er sich dann Schritt für Schritt das für die spätere Umsetzung notwendige Wissen, wobei er sich zur Bearbeitung des Lernstoffs hilfreiche Software und Tabellen aus dem Netz herunterladen kann. Jedes Modul schließt mit einem Test ab. Die beantworteten Multiple-Choice-Fragen werden online ausgewertet (Bild 4). So weiß der Lernende sofort, wo er noch Lücken hat oder ob er sich dem nächsten Lernmodul zuwenden kann. Die in jedem Modul (vgl. Bild 2) eingebauten Links geben Hinweise auf weiterführende Literatur und viele Möglichkeiten, auf weltweit verfügbare Web-Pages zu diesem Thema zuzugreifen und dort zu recherchieren (siehe Kasten).
Probleme und Fragen kann der Lernende in den Newsgroups mit den Mitgliedern seiner Arbeitsgruppe oder auch in der gesamten Kursgruppe diskutieren. Hier erfährt er auch, wo den anderen Teilnehmern der Schuh drückt, wobei er sein bereits erworbenes Wissen einbringen kann. Auf dieser Plattform können die Teilnehmer einzeln oder in der Gruppe den Online Instructor zu Rate ziehen. Für ihn sind die Beiträge in den Newsgroups gleichzeitig Hinweise über den Lernfortschritt der Teilnehmer und darauf, wo er moderierend eingreifen muss.
Beim Lernen muss der Teilnehmer nicht durchgehend online arbeiten. Er kann sich die gesamte Anwendung auf seine Festplatte laden. So kann er am Kurs teilnehmen, ohne permanent am Netz zu hängen. Lediglich für Interaktionen muss er online arbeiten
Modell für die Zukunft?
Online-Lernen wird die klassische Präsenzveranstaltung sicherlich nicht in allen Bereichen restlos verdrängen, sie aber auf eine „moderne“ Art ergänzen und erneuern. Unternehmen können auf diese Weise vorteilhaft ihre Mitarbeiter schulen, auch im eigenen Intranet. Beim Online-Lernen werden sich Lernende und Lehrende bezüglich ihrer Rolle im Lernprozess allerdings annähern müssen: Der Lernende wird aktiver, der Lehrende übernimmt immer mehr die beratende und moderierende Rolle; er steuert deutlich weniger als bei klassischen Präsenzveranstaltungen. Online-Kurse bieten dem Lernenden mehr Freiheiten und Bewegungsspielraum – Lernen wird persönlicher, aber auch anstrengender.
Links und Literatur
Modul 2:
Schnuppern Sie ein wenig in den Erfahrungsberichten von Anwendern der Methodik. Einen guten Ausgangspunkt finden Sie in den Tagungsberichten des QFD-Institut Deutschland e.V.
Eine wichtige Adresse zum Thema QFD ist auch das American Supplier Institute. Als Dachverband der nationalen QFD-Organisationen fungiert das International Council for QFD (ICQFD).
Eine Fundgrube für alles rund um das Thema QFD ist das QFD Institute North America (QFDI).
Eine gute Adresse für QM, Methoden und alles, was dazugehört, ist auch die NASA. Hier die Startseite zum Thema QFD: http://www.mijuno.larc.nasa.gov/dc/qfd.html.
Literatur:
Akao, Y. (1992): QFD – Quality Function Deployment – Wie die Japaner Kundenwünsche in Qualität umsetzen. Verlag Moderne Industrie, Landsberg. (Meistens lohnt sich ein Blick in die Veröffentlichungen der „Erfinder“. Dies wäre ein guter Einstieg.)
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