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Ein Interview mit Dr. Jan-Paul van Maaren, Vice President und General Manager des Geschäftsbereichs Color&Appearance bei GretagMacbeth LLC.
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Farben sind Ausdruck des persönlichen Stils. Die Gegenstände in unserem Besitz geben Auskunft über unsere Persönlichkeit. Kunden suchen nach Produkten in einer Farbe, die ihrem jeweiligen Stil entspricht. Firmen entwickeln Konsumgütern in Farben, die Kunden anziehen. Einfach ausgedrückt, Farbe verkauft sich gut.

QE: Welchen Herausforderungen sehen sich Einzelhändler und Hersteller heute gegenüber?

In einem Wort: Wettbewerb. Wettbewerb ist die treibende Kraft hinter jeder Produktinnovation. Unternehmen erweitern ihr Produktangebot, um Nutzen aus der Markentreue der Kunden zu ziehen. Wettbewerb sorgt auch für Komplexität. Mit jedem neuen Produkt wird Bedarf für neue, kostengünstige Zulieferer geschaffen, die bei seiner Herstellung helfen. Dieser Trend wurde durch die Globalisierung noch verschärft. Nun verlagern Unternehmen ihre Produktionsbereiche in Länder, in denen die Herstellungskosten niedriger sind und steigende Kaufkraft neue Märkte schafft. Doch diese Verlagerung führt auch zu räumlicher Entfernung, die es nicht zuletzt im Hinblick auf Kontrolle zu überwinden gilt.
QE: Welche Rolle spielt Farbe dabei?
Der Einfluss von Farbe auf die Schaffung einer klaren Markenidentität und den Verkaufserfolg eines Produkts darf nicht unterschätzt werden. Allen Verkaufsumgebungen ist gemein, dass sie die Aufmerksamkeit des Kunden erregen müssen. Farbe kann dazu einen großen Beitrag leisten. Demgegenüber setzen Kunden Farbabweichungen mit mangelhafter Qualität gleich. Doch je mehr Produkte eine Marke entwickelt und je mehr Herstellungsphasen (und Länder) für das Design, die Spezifikation und die Fertigung dieser Produkte nötig sind, desto schwieriger wird es, Farbpräzision und -stabilität zu sichern. Zur Veranschaulichung: Ein ganz normaler Markenmanager eines weltweit operierenden Unternehmens bekommt pro Jahr Tausende von Farbmesswerten auf seinen Schreibtisch. Ein leistungsstarkes, effektives, digitales Farbkontrollsystem kann dabei helfen, diese Farbdaten digital zu verwalten und zu überwachen – sowohl im Hinblick auf verschiedene Zulieferer als auch über Ländergrenzen hinweg.
QE: Können Sie uns ein Beispiel geben?
Nehmen wir ein neues einfarbiges Sofa. Dieses Sofa besteht aus den Polstern und einem Rahmen aus lackiertem Holz oder Metall oder Kunststoff. Sämtliche Bestandteile stammen von unterschiedlichen Zulieferern, die an verschiedenen Orten ihre Niederlassungen haben. Der Markeninhaber muss nun sicherstellen, dass der Stoffbezug und die restlichen Teile farblich übereinstimmen, obwohl es sich um unterschiedliche Materialien von unterschiedlichen Zulieferern handelt, die zudem an einem Ort lackiert und an einem anderen zusammengebaut wurden. Darüber hinaus muss das Sofa vermutlich auch noch einer ganzen Palette von Zubehör entsprechen, wie etwa den Sofakissen, einem passenden Sessel, einem Teppich oder gar der Wandfarbe bzw. Tapete. Durch ein fortschrittliches, digitales Farbmanagementsystem wird sichergestellt, dass das Sofa und seine Zubehörteile die gleiche Farbe oder Farbzusammenstellung haben, egal, wo die Teile lackiert, gefärbt, geformt oder erworben wurden.
QE: Woraus besteht ein gutes Farbkontrollsystem?
Ein effektives System besteht aus drei Komponenten. Instrumente, wie z. B. Spektral-photometer, überwachen und messen die Farbe. Software wertet Messdaten aus, erstellt Farbrezepturen und ermöglicht die Anpassung an die jeweiligen Auftragsparameter. Das Internet wiederum verbindet sämtliche Akteure in der Lieferkette. Über diesen Kommunikationsweg werden u. a. die Farbmesswerte an die Zulieferer übermittelt. Die Herausforderung besteht darin, dass nicht alle Zulieferer über die gleiche Ausrüstung verfügen. So können die Farbwerte bei verschiedenen Spektralphotometern geringfügig voneinander abweichen. Diese Unterschiede führen dann womöglich zu Qualitätsmängeln und Produktionsausfällen. GretagMacbeth gelang es als erstem Unternehmen, diesem Problem abzuhelfen. Unsere NetProfiler-Software ist ein Internet-basiertes Datenmanagement-Programm, das es Firmen ermöglicht, Daten zwischen einzelnen Spektralphotometern auszutauschen, wodurch Farbvarianzen zwischen den Geräten verhindert werden. Die wirkungsvolle Verwaltung von Farbabweichungen verringert Farbfehler, die sich schädigend auf den Markenwert auswirken und zu kostspieligen Verzögerungen in der Lieferkette führen. Zusätzliche Vorteile eines Systems wie NetProfiler sind Konnektivität und Kontrollmechanismen. Damit wird es zu einem rundherum wirkungsvollen Farbkontrollsystem, mit dessen Hilfe Markeninhaber Tag für Tag – und direkt von ihrem Schreibtisch aus – mit ihren Zulieferern in Kontakt bleiben können.
QE: Welche neuen Hilfsmittel in den Bereichen Farbverwaltung und Farbmessung gibt es derzeit für Markeninhaber und ihre Zulieferer?
Um die Farbverwaltung nahtloser und offener zu gestalten, ist GretagMacbeth dazu übergegangen, anstelle von unabhängigen Anlagen nunmehr Internet-basierte, integrierte Geschäftslösungen wie die zuvor erwähnten zu liefern. Wir haben z. B. gerade ein neues Farbkontrollsystem namens Color i7 eingeführt, das neben den genannten Vorteilen über eine weitere wichtige Eigenschaft verfügt. Denn unser System ist das Erste seiner Art mit integrierter Diagnose- und Profilfunktion. Spektralphotometer arbeiten nur dann präzise, wenn sie korrekt kalibriert oder profiliert sind. Mit der Zeit können Umweltbedingungen wie Staub, extrem hohe oder niedrige Temperaturen oder Feuchtigkeit dazu führen, dass leichte Abweichungen auftreten, was sich negativ auf die Genauigkeit der Farbmesswerte auswirkt. Bislang war deshalb eine regelmäßige Wartung der Ausrüstung nötig, um sicherzustellen, dass die Spektralphotometer Daten korrekt lesen. Diese Wartung unterbrach nicht nur den Arbeitsablauf, sie war auch mitunter kostspielig, wenn die Geräte an den Hersteller zurückgeschickt werden mussten. Das Color i7 weist den Bediener in regelmäßigen Abständen darauf hin, das Instrument auf Farbabweichungen zu überprüfen. Wenn Farbabweichungen festgestellt werden, kann das Instrument in Minutenschnelle und direkt vor Ort mit Hilfe der integrierten NetProfiler-Software korrigiert werden. Stellen Sie sich allein die Einsparungen im Wartungsbereich vor! NetProfiler verfügt außerdem über eine ferngesteuerte Überwachungs- und Prüffunktion, mit deren Hilfe Markenmanager überprüfen können, ob die Instrumente ihrer Zulieferer korrekt kalibriert sind und Daten präzise messen. Dadurch wird verhindert, dass fehlerhafte Daten während der Produktentwicklung und des Herstellungsprozesses in die Lieferkette gelangen. Dies garantiert eine präzise Farbmessung, die darüber hinaus durch eine elektronische Signatur verifiziert wird.
QE: Manche Firmen stellen sich nur langsam auf derartige digitale Workflow-Lösungen um. Woran liegt das?
Obwohl sich Markeninhaber der erheblichen Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne, die eine Umstellung auf digitale Workflow-Lösungen mit sich bringt, bewusst sind, bleiben sie eher skeptisch, was die Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Farbdaten angeht. Dies gilt besonders dann, wenn viele Akteure und Instrumente beteiligt sind. Durch die integrierte Profil- und Überwachungsfunktion des Color i7 werden solche Bedenken überflüssig. Wird das Color i7 zusätzlich noch mit unserer Software Color iMatch und Color iQC eingesetzt, kann es problemlos an auftragsspezifische Parameter angepasst werden, so dass Farbdaten stets präzise und reproduzierbar bleiben, auch wenn sich Stoffe, Materialien und Substrate ändern. Ebenso wichtig – das Color i7 ist äußerst bedienerfreundlich. Markeninhaber, die seine Verwendung vorschreiben, können sich darauf verlassen, dass Bediener mit jeglichem Erfahrungsniveau das Gerät in kürzester Zeit nutzen können. Vertreter von GretagMacbeth führen Produktschulungen durch und zertifizieren alle Benutzer des Instruments. Zusätzlich bieten wir allen Benutzern kostenlose Schulungen über das Internet. All dies macht Color i7 zu der Lösung für einen zuverlässigen, digitalen Workflow.
QE: Haben sich Zulieferer auf digitale Farbkontrolle eingestellt?
Obwohl Markeninhaber den Einsatz von Farbmanagementtools durch ihre Zulieferer vorgeben, stellen sich einige Zulieferer nur zurückhaltend auf Farbkontrollsysteme um. Ihnen erscheinen Farbmessgeräte als unnötiger Aufwand. Mit dem Color i7 wurde ein System entwickelt, das so benutzerfreundlich und zuverlässig ist, dass auch Zulieferer schnell von ihm profitieren. Sie können Farben schneller und einfacher verwalten, die Farbgenauigkeit durch die Selbstdiagnose- und Profilfunktion garantieren, die Produktion beschleunigen und Kosten reduzieren. Diese Technologie bietet Geschäftsvorteile.
QE: Sind Farbmanagementsysteme teuer?
Nicht unbedingt. Eine Investition in ein Farbkontrollsystem macht sich schnell bezahlt, wenn man die höhere Produktionseffizienz und den geringeren Ausschussanteil aufgrund von Farbfehlern bedenkt. Allein die Einsparungen für Kurierdienste zum Versand von Produktproben sind beträchtlich. Anstatt Produktproben aus Postsendungen zu prüfen, können Markeninhaber die Farbe über das Internet mit einem Tool verifizieren, das garantiert akkurate Farbwerte liefert. Das ist beachtlicher Fortschritt. Darüber hinaus sorgt der Einsatz eines hochentwickelten Spektralphotometers wie des Color i7, das über Selbstdiagnose- und ferngesteuerte Korrekturfunktionen verfügt, für eine nachhaltige Reduktion der wartungsbedingten Kosten und Ausfallzeiten, wodurch sich die Investition in ein Farbmanagementsystem nachweisbar auszahlt.
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