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Messplätze nach Kundenwunsch

Individuelle kundenspezifische Messplätze bieten oft die idealen Messlösungen
Messplätze nach Kundenwunsch

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Fertigungsbetriebe verlangen für die Qualitätsprüfung ihrer Werkstücke zunehmend spezifische Lösungen von Messaufgaben: Von der einfachen manuell bedienten bis hin zur vollautomatisierten Lösung. Die für ganz spezifische Aufgaben konzipierten Messplätze haben oft gleich mehrere Vorteile: Sie sichern und verbessern die Qualität in der Fertigung, machen das Qualitätsmanagemet produktiver und optimieren die Prozesskosten.

Bei der Qualitätssicherung gibt es immer wieder den Fall, dass nach individuellen Lösungen bei der dimensionellen Messung von Werkstücken, Oberflächenmessung oder auch der Vermessung von komplexen Geometrien gesucht wird. Das kann an der Besonderheit der jeweiligen Werkstücke liegen, an den spezifischen Bedingungen innerhalb der Fertigung beziehungsweise der Produktionslinie oder speziellen Anforderungen wie zum Beispiel Taktzeiten.

Das Lösungsspektrum reicht dabei von manuellen bis zu halb- oder vollautomatischen Messvorrichtungen. Mit ihnen können Merkmale wie zum Beispiel Durchmesser, Länge, Abstand, Höhe, Position, Rundlauf und Rundheit, aber auch Oberflächen- und komplexe Konturmerkmale schnell, einfach und präzise gemessen werden. Entscheidend bei der Erarbeitung einer Messlösung ist, ob sie im Messraum Verwendung findet, direkt an der Fertigungsinsel steht oder in die Produktionslinie eingebunden ist.

Flexible Lösung für Autozulieferer

Ein Beispiel aus der Automobilindustrie: Ein Fertigungsbetrieb stellt Zahnräder für Getriebe her. Um die Fertigungsqualität der Werkstücke auf durchgehend hohem Niveau zu halten, wünschte das dortige Qualitätsmanagement einen Messplatz mit speziellen Vorgaben. Dieser soll sämtliche relevanten Merkmale messen, leicht zu bedienen und für verschiedene Werkstücke flexibel einsetzbar sein.

Ein Team von Mahr (EMO: Halle 6, Stand B26) konzipierte für das Unternehmen den Messplatz Marsolution UKTP. Dieser prüft bei den Zahnrädern Planlauf, Rundlauf, Abstände und Längen. Formabweichungen können mit einer Genauigkeit von +/- 0,001 mm gemessen werden. Der Messplatz arbeitet direkt in der Produktion.

Die Messung der Getriebe-Zahnräder erfolgt mit wenigen Handgriffen: Der Werker entspannt den Zentrierdorn durch einen Hebel, steckt das Werkstück über den Zentrier- und Spanndorn auf und spannt den Zentrierdorn durch Lösen des Hebels. Anschließend misst er das Werkstück. Die Ergebnisse können sofort auf den Messuhren an der Vorrichtung abgelesen werden.

Die flexible Konstruktion der Messvorrichtung erlaubt ein schnelles Umrüsten für andere Zahnräder. Dadurch erreicht der Kunde, dass mehr Werkstücke überprüft werden können und so auch über unterschiedliche Ausführung der Zahnräder eine gleichbleibende Fertigungsqualität sichergestellt werden kann.

Zudem ist der Messplatz auf die örtlichen Gegebenheiten in der Produktion ausgelegt. Das Messsystem besteht aus einem standardisiertem Grundgerät und diversen Serien-Zubehörteilen. Dadurch konnte auch das angestrebte Budget eingehalten werden.

Grundlegende Frage für jede Kundenlösung ist: Soll der Messplatz manuell, teil- oder vollautomatisiert sein? Dabei sind automatisierte Messungen ein klarer Trend in der Qualitätssicherung. Daher bietet zum Beispiel Mahr grundsätzlich Messsysteme mit verschiedenen Automatisierungsgraden an – für die Stichprobenkontrolle bis zur 100-Prozent-Kontrolle in der Inline-Produktion von Werkstücken.

Manuelle Prüfung von Zylinderblöcken

Das manuelle Messsystem Marsurf Engineered Serie 002 wurde für einen Kunden konzipiert, der große Werkstücke wie Zylinderblöcke mit Gewichten bis 130 kg prüft. Der Messplatz zeichnet sich durch den flexiblen Einsatz unterschiedlicher Vorschubgeräte aus dem Bereich Kontur- und Rauheitsmessung aus. Er unterstützt den Bediener mittels eines luftgelagerten Verschiebe- und Positionierschlittens, um schwere Werkstücke einfach und schnell sowie doch sehr präzise und fein zu positionieren.

Halbautomatisierte Messplätze beschleunigen Messprozesse und erhöhen die Messsicherheit. Das Highend-Messsystem Marsurf LD 130 etwa eignet sich für Lösungen, mit denen die Rauheit von Zahnflanken beziehungsweise in Zahnlücken effizienter gemessen werden kann. Der Bediener legt die Verzahnung per Hand ein und sucht die Zahnlücke mit Hilfe des Tasters als Startpunkt der Messung.

Anschließend startet er das zu diesem Zahnrad gehörende Messprogramm. Dieses läuft anschließend selbsttätig ab – und schließt so jeden Einfluss des Bedieners aus.

Messungen auf Knopfdruck

Vollautomatisierte Kundenlösungen erkennen und messen Werkstücke vollkommen selbsttägig, hochpräzise, schnell und höchst produktiv. So entwickelt Mahr beispielsweise CNC-Messsysteme mit Marsurf LD 130, die hochgenau die Rauheit und Kontur kleiner Werkstücke prüfen – Ventilnadeln, Düsenkörper oder auch Spindelvermessungen von Lenkmuttern. Die Messungen erfolgen auf Knopfdruck vollkommen automatisiert, bedienerunabhängig und sind deshalb sehr effizient und sicher. Mit der Option „Palettenmessung“ lassen sich zudem mehrere gleiche Werkstücke in einem automatischen Durchlauf prüfen.

Im Zeitalter der Industrie 4.0 wird die Vernetzung von Mess- und Fertigungsmaschinen sowie den Auswerterechnern immer wichtiger. Kundenspezifische Lösungen wie die von Mahr bieten daher auch die Option, die Messgeräte an die smarte und vernetzte Fabrik anzuschließen. Die Systeme können mit den Messdaten im Closed Loop auch die Produktionsmaschinen steuern beziehungsweise die Fertigung beim Überschreiten von Toleranzen automatisch anpassen.

Fit für Industrie 4.0

Auch die neuen Handmessgeräte mit Funk- und Reference-System orientieren sich an der Industrie 4.0: Die neue Funk-Bügelmessschraube ergänzt das Sortiment an Handmessgeräten, mit denen die Daten kabellos übertragen werden können. Die digitalen Bügelmessschrauben Micromar 40 EWRi, die Marcal-Messschieber und die Marcator-Messuhren verfügen über das Funksystem „Integrated Wireless“.

Dies erhöht die Flexibilität des Anwenders in Bezug auf dessen Bewegungsfreiheit. Beim Messen an Bearbeitungsmaschinen oder an größeren Werkstücken entfällt beispielsweise das störende Arbeiten mit Datenkabeln. ■


Der Autor

Axel Binder

Leiter Engineered
Solutions

Mahr

www.mahr.de


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