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Morgen, morgen, nur nicht heute

Eine Redaktion – zwei Meinungen
Morgen, morgen, nur nicht heute

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Wenn die Deadline verstrichen ist, kann das viele Gründe haben; einer von ihnen ist Prokrastination Bild: Felix Pergande/Fotolia
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Leiden Sie auch unter Prokrastrination, also dem extremen Aufschieben von Aufgaben, die dringend erledigt werden müssen? Wir Redakteure von Quality Engineering bemerken hin und wieder durchaus Züge dieser Krankheit an uns. Doch haben wir dazu verschiedene Auffassungen.

Aufschieberitis ist also tatsächlich eine Krankheit. Mein immer gut organisierter Mann würde sicher behaupten, dass ich darunter leide – oder besser gesagt er unter den Auswirkungen. Phasenweise zumindest. Dabei geht es um Dinge auf unserer privaten To-do-Liste, die ich gerne vor mir her schiebe, weil es einfach schönere Dinge im Leben gibt. Beispielsweise shoppen gehen statt Arbeitszimmer aufräumen. Oder tanzen statt die Steuer vorbereiten. Bin ich deswegen denn gleich krank? Außerdem muss man mal die Kirche im Dorf lassen: Die Auswirkungen meiner Aufschieberitis halten sich bei Lichte betrachtet in Grenzen. Das Finanzamt hat immer noch pünktlich meine Erklärungen und auch mein Geld erhalten. Okay zugegeben, mein Arbeitszimmer habe ich schon lange nicht mehr aufgeräumt. Aber ich finde in diesem geordneten Chaos immer noch alles wieder; und das ist schließlich die Hauptsache, oder? Insofern vertraue ich voll und ganz auf meiner Erfahrung und Artikel 3 des rheinischen Grndgesetzes, der besagt: Et hätt noch emmer joot jejange. Frei übersetzt: Es ist bisher noch immer gut gegangen. ■

Was habe ich nicht alles in meinem Leben schon vor mir her geschoben. Das Lernen für die Klassenarbeit während der Schulzeit. Das Verfassen einer Hausarbeit im Studium. Den Gang zum Ordnungsamt, um meinen Personalausweis zu verlängern. Sogar Dinge, die eigentlich gar nicht so viel Aufwand verursachen – wie zum Beispiel das Schreiben einer E-Mail an meine Freunde, um sie zu meinem Geburtstag einzuladen. Meistens konnte ich diese Dinge auf den letzten Drücker noch erledigen. Doch wenn ich intensiv nachdenke, merke ich, dass es eben doch nicht immer gut ging. Dann fallen mir die schlechten Schulnoten ein, die ich bekam, weil ich den versäumten Stoff nicht mehr kurzfristig aufholen konnte. Das Strafgeld, das ich zahlen musste, weil ich keine gültigen Papiere hatte. Oder die Freunde, die keine Zeit für meine Feier hatten, weil sie so kurzfristig davon erfuhren. Ganz abgesehen von der Energie, die ich aufbringen musste, um in einer Nacht-und-Nebel-Aktion meine Hausarbeit fertigzustellen. Daher habe ich mir vorgenommen, nichts mehr aufzuschieben. Und damit fange ich gleich morgen an. ■

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