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Webinare statt Control
Online-Foren geben Technologieüberblick

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Webinare statt Control – in fünf Online-Foren zeigten Technikanbieter die Highlights aus Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung. Dabei ging es um Produktneuheiten und die aktuellen Trends. Was deutlich wurde: Die Lösungen werden einfacher bedienbar, die Messtechnik rückt in die Fertigung vor und Machine Learning gewinnt an Bedeutung.

Die Messe Control ist ein fester Termin im Jahr für alle, die sich mit Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung beschäftigen. Dort kann man sich über die technische Neuheiten und aktuellen Trends informieren.

Dies vor Ort zu tun, war dieses Jahr zwar nicht möglich. Doch mit der Reihe „Webinare statt Control“ brachte Quality Engineering alle wichtigen Informationen zu den Interessierten ins Home Office oder an den Büroarbeitsplatz – und zwar in Online-Form. In fünf Web-Foren sprachen Experten über Produkt-News und Trends, so wie sie es normalerweise in den Messehallen in Stuttgart getan hätten. Die Themen: QS-Systeme/Software, Koordinatenmesstechnik, Computertomografie, optische Messtechnik und Oberflächenmesstechnik.

Die Webinare waren gespickt mit Highlights der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements. So präsentierte zum Beispiel Bernd Becker, Chief Technology Strategist bei Faro, den neuen 3D-Machine-Vision-Sensor seines Unternehmens. Daniel Fischer und Matthias Krieger von Renishaw sprachen über einen neuen Kamerasensor für ihr Videomessystem Revo. Und Aerotech-Geschäftsführer Norbert Ludwig stellte die neue Steuerungsplattform Automation 1 vor.

Software wird zum entscheidenden Faktor

Die Webinare zeigten aber nicht nur Produktneuheiten. Sie verdeutlichten auch, in welche Richtung die Entwicklung geht. Sie machten die derzeitigen Trends sichtbar.

Dazu zählt die Digitalisierung. Die Menge an Daten, die in der Messtechnik zur Verfügung steht, wächst stetig an. Software wird zunehmend zum entscheidenden Faktor im Qualitätsmanagement und der Qualitätssicherung.

Und sie ist nicht mehr nur Experten vorbehalten. Die Lösungen lassen sich zunehmend einfacher bedienen. So berichtete zum Beispiel Kurt Gailer, Mitglied der Geschäftsleitung bei IMS, dass Usability eines der wichtigsten Entwicklungsthemen in seinem Unternehmen sei. „Anwender erwarten, dass Applikationen einfacher und intuitiver werden. Sie müssen sich ohne großen Lernaufwand nutzen lassen“, so Gailer, dessen Unternehmen integrierte Managementsysteme anbietet.

Jörg Schneider berichtete im Webinar, dass das Thema einfache Bedienbarkeit beim CAQ-Anbieter iqs ganz oben aufgehängt sei. „Die Geschäftsleitung gibt die Designrichtlinien vor“, sagte Schneider, der bei iqs für den Vertrieb zuständig ist.

Nur noch auf den richtigen Knopf drücken

Usability ist aber nicht nur im Qualitätsmanagement gefragt. Software sorgt auch dafür, dass Maschinen einfacher genutzt werden können. Das gilt etwa für die Schichtdickenmessgeräte von Hitachi, wie Johannes Eschenhauer erklärte, Business Development Manager für die Region EMEA. Der Anwender werde Schritt für Schritt durch die Bedienung geführt und müsse nur noch den richtigen Knopf drücken. „Ein Experte wird nicht benötigt.“

Henning Mansel, Produktmanager bei Carl Zeiss Industrielle Messtechnik, erläuterte, was Usability bei den Automatisierungslösungen seines Unternehmens bedeutet. Diese können sowohl den Bediener als auch das Bauteil selbstständig identifizieren. Anschließend wird das Messprogramm geladen. Der Bediener setzt das Werkstück dann nur noch auf die Palette und startet den Prozess.

Ludwig von Aerotech wies jedoch daraufhin, dass Usability nicht nur für den Bediener der Maschine, sondern auch für den Programmierer wichtig sei. „Wenn dieser sich ständig in neue Programmiersysteme hineindenken muss, wird seine Arbeit sehr aufwändig.“

Dass einfache Bedienbarkeit auch in der Computertomografie (CT) eine wichtige Rolle spielt, hoben die Experten des entsprechenden Webinars hervor. „Beim industriellen Einsatz der CT gibt es nicht den Anspruch, das Maximum aus der Maschine herauszuholen, sondern dass jeder Bediener mit kurzer Einweisung zu einem reproduzierbaren Ergebnis kommt“, so Gábor Szabó, Sales Account Manager bei Nikon Metrology. Er geht daher davon aus, dass die Bedienung der CT-Geräte künftig noch einfacher werden wird.

Auch Benedikt Krist, Anwendungsingenieur CT bei Zeiss, glaubt, dass die Bedienerfreundlichkeit in Sachen CT sich weiter erhöhen wird. Das gelte sowohl für die Auswertung der Ergebnisse als auch schon für das Finden der richtigen Parameter beim Einsatz der Technik.

Wie die Entwicklung zur Usability mit einem weiteren Trend zusammenhängt, erläuterte Benjamin Becker von Volume Graphics. Er wies daraufhin, dass die Computertomografie wie die Messtechnik generell verstärkt in die Fertigung vorrücke. „Je mehr es in die Linie geht, desto einfacher werden die Bedienkonzepte“, so Becker.

Der Grund: In der Fertigung arbeitet nicht mehr der Messtechnikexperte mit den Geräten. Der Bediener muss dort mit vielen verschiedenen Technologien umgehen können, insofern darf die Bedienung nicht zu spezialisiert sein.

Neue Anwendergruppen

„Im Fertigungsbereich haben wir andere Zielgruppen“, sagte Gerd Schwaderer, Produktmanager für Messtechnik und CAD bei Volume Graphics, im Webinar zur Koordinatenmesstechnik. Daher müsse man sich auf andere Nutzer einstellen. „Die Highend-Anwender werden uns langsam ausgehen.“

Auch Isra Vision sieht sich mit dieser Anforderung konfrontiert. „Wir versuchen jede technische Neuerung so aufzusetzen, dass man sie nicht nur mit Expertenwissen, sondern auch relativ einfach in der Fertigungsumgebung nutzen kann“, berichtete Wolfgang Berggold im Webinar zur Oberflächenmesstechnik. In den meisten Bereichen funktioniere das auch sehr gut. „Es gibt nur wenige Anwendungsfälle, wo Expertenwissen nötigt ist“, so Berggold, der bei Isra Vision für die Geschäftseinheit Precision Metrology zuständig ist.

Die zunehmende Integration der Messtechnik in die Linie ist auch für Renishaw ein wichtiges Thema. Laut Fischer arbeitet sein Unternehmen daran, die Systeme darauf einzustellen. „Es ist wichtig, auch in der Fertigung reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten“, so Fischer. „Wir beschäftigen uns daher unter anderem mit Temperaturkompensation und Genauigkeiten der Maschinen, um auch bei schwierigeren Umgebungsbedingungen noch gute Ergebnisse zu erzielen.“

Technik nimmt dem Menschen Aufgaben ab

Einfache Bedienbarkeit bedeutet auch, dass die Software dem Menschen bestimmte Aufgaben abnimmt. Dazu muss sie intelligent sein. Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz beziehungsweise Machine Learning, der mittlerweile viele Bereiche bestimmt, ist somit auch in der Qualitätssicherung und im Qualitätsmanagement zu sehen.

Dort steht die Entwicklung zwar gerade erst am Anfang. Die Experten machten in den Webinaren aber deutlich, dass mit Lösungen auf Basis von Machine Learning zu rechnen ist. „Wir arbeiten auch an Künstlicher Intelligenz, um auf lokaler Ebene viel schneller Entscheidungen fällen zu können“, berichtete etwa Bernd Becker von Faro.

Auf die Frage, mit welchen technischen Entwicklungen in den kommenden zwei Jahren bei Hitachi zu rechen sei, sagte Eschenhauer, dass sich sein Unternehmen ebenfalls mit Künstlicher Intelligenz beschäftige. Weitere Themen seien Big Data und das Internet der Dinge. Und Schwaderer bestätigte, dass auch Volume Graphics an Machine-Learning-Lösungen arbeite, um die Software für den Anwender einfacher nutzbar zu machen.

Auch im Qualitätsmanagement kommt das Thema voran. So berichtete Schneider, iqs, von einem Projekt mit der RWTH Aachen, in dem mit KI gearbeitet wurde. Ziel war es, anhand der Aufzeichnung von verschiedenen Prozessparametern eine Vorhersage zu treffen, unter welchen Umständen und mit welchen Korrelationen Ausschuss produziert wird.

Laut Gailer nutzt IMS die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz, um die rollenbasierte Arbeit zu unterstützen. Auf dieser Basis kann das System dem Anwender genau die Informationen zur Verfügung stellen, die er seiner Funktion entsprechend erhalten muss und darf.

In den Webinaren wurde aber auch deutlich, dass der Anwendung von Machine Learning Grenzen gesetzt sind. So sagte Herbert Daxauer von Zeiss im Webinar zur optischen Messtechnik, dass sich die Frage stelle, wie viel Intelligenz man künstlich erzeugen könne. Schließlich verfüge der Bediener einer Maschine bereits über viel Erfahrungswissen, das nicht einfach ersetzt werden könne.

Machine Learning sei eine sehr leistungsfähige Methode, die auch genutzt werden solle, meinte Kai Gansel von Additive im Software-Webinar. „Man muss sich allerdings im Klaren darüber sein, dass es ein Werkzeug ist, das im besten Fall genau das tut, was es tun soll – nämlich einen Fehler zu erkennen“, so Gansel. „Es ist aber nicht dafür geeignet, Dinge zu verstehen“

Außerdem hob er die Black-Box-Eigenschaft von Künstlicher Intelligenz hervor – dass also nicht nachvollziehbar ist, wie ein entsprechendes System zu seinen Ergebnissen kommt. Bei Machine Learning wisse man nicht, „was unter der Haube passiert“.

Mehr Einsatz für die optische Messtechnik

Neben diesen Entwicklungen zeigten die Webinare weitere Trends, die sich auf die einzelnen Technologien bezogen. So wird die Multisensorik an Bedeutung gewinnen. Laut Fischer arbeitet etwa Renishaw an weiteren Lösungen zu diesem Thema.

Außerdem wird die optische Messtechnik ihre Einsatzfelder ausweiten können. So sagte etwa Ulrich Beck von Nikon Metrology, dass die Strukturen immer kleiner und daher die optischen Technologien zumindest in der Bauteilvermessung wichtiger werden.

Auch Bruker Alicona will das Thema optische Messtechnik weiter vorantreiben, wie Geschäftsführer Christian Janko berichtete. Dabei gehe es unter anderem um die Aspekte einfache Bedienung und Automatisierung.

Nach Meinung von Roland Fröwis von Zeiss wartet auf die Anbieter allerdings auch noch Arbeit. „Es gibt in der optischen Messtechnik noch einiges zu tun, etwa wenn es darum geht schnell und sicher zu messen“, so Fröwis. „Da werden wir in den kommenden Jahren noch einige Entwicklungen sehen.“ ■


Der Autor

Markus Strehlitz

Redaktion

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