Stipendium Qualitätsmanagement

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In Kooperation mit der Donau-Universität Krems hat QUALITY ENGINEERING erstmals in diesem Jahr ein berufsbegleitendes Stipendium „Master of Science im Qualitätsmanagement“ ausgeschrieben. Im September hat die Jury unter den Bewerbungen die Gewinnerin ermittelt und im Oktober begann das Studium mit dem ersten Modul.

Die Jury hatte es nicht leicht. Alle Bewerber um das Studium waren hoch qualifiziert und motiviert. Die Auswahl fiel dann auf Frau Sandra Enewoldsen, die als Qualitätsmanagerin der Märkischen Kliniken in Lüdenscheid beschäftigt ist.

Am 22. Oktober war es dann soweit: Studienbeginn (siehe Kasten mit Report von Frau Enewoldsen).
Dieser Lehrgang „Qualitätsmanagement MSc“ ist gegliedert in 10 berufsbegleitende Module von jeweils einer Woche Dauer.
Diese Module sind im einzelnen:
1. Betriebswirtschaftliche Grundlagen und strategisches Management
Teambuilding, Strategisches Management, Grundlagen der Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Prozessorientierte Organisation, Unternehmenssimulation
2. Prozessorientiertes Qualitätsmanagement, Qualitätsorientiertes Prozessmanagement
Grundlagen Qualitätsmanagement, Aufbau prozessorientierter Qualitätsmanagement-Systeme, Einführung von QM-Systemen, Rechtliche Aspekte im QM, Integration von Managementsystemen, Dokumentation und Tool-Überblick
3. Wissens-, Innovations- und Projektmanagement
Wissensmanagement, Innovationsmanagement, Kreativitätstechniken, TQM, Soziale Aspekte im Projektmanagement, Projektmanagement allgemein, Projektmanagement mit Softwareunterstützung
4. Kommunikation, Führung, Veränderung
TQM-Unternehmenskultur, Individuum im Unternehmen, Mitarbeiterorientierung, Veränderungsmanagement, Transformationswerkstatt
5. Methoden des Prozess- und Qualitätsmanagements
Prozessmanagement-Methodik, Grundlagen der Prozessanalyse (Kapazitätsanalyse, Engpassanalyse, Grundlagen der Zeitermittlung) FMEA, Audits
6. Grundlagen der Statistik und Six Sigma
Angewandte Statistik, Six Sigma und Projektmanagement, Define (Verbesserungsprojekt definieren), Measure (IST-Zustand ermitteln), Analyze (relevante Ursachen identifizieren), Improve (Lösung entwickeln und erproben), Control (optimierte Lösung implementieren und nachhaltig absichern)
7. Methoden des QM – Vertiefung
Softwaregestützte Prozessverbesserungen, Einführung in Prozesssimulation und Prozessoptimierung, Methodisches Problemlösen, Methoden der Qualitätsplanung, KVP
8. Umwelt- und Sicherheitsmanagementsysteme
Zentrale Normen, QM-Handbuch, Einführung in Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitssicherheits-Managementsysteme, Dokumentation und Ressourcenmanagement, Legal Compliance – Überblick aktuelles Umweltrecht, Umweltmanagement und ArbeitnehmerInnenschutz, Management Review und internes Berichts- und Informationswesen
9. Excellence
Unternehmerischer Regelkreis, Selbstbewertung, Lean Production Management, Moderation von Qualitätszirkeln, CAQ im Leistungsprozess
10. Spezialthemen aus dem Qualitätsmanagement
CSR – Corporate Social Responsibility, Excellence Modelle und RADAR-Bewertung, TQM-Assessor, EOQ Quality Manager
Auf die Frage, was unsere Stipendiatin Sandra Enewoldsen jetzt erwartet, sagt Lehrgangsleiter Mag. Nikolai Neumayer: „Intensive 4 Semester. Wenn man ein berufsbegleitendes Studium zu seinem Full-Time-Job macht und 10 Module vor Ort zu absolvieren hat, ist man gut gefordert. Man muss ja etwa die selbe Zeit veranschlagen, um sich zwischen den Modulen vorzubereiten bzw. das Gelernte aufzuarbeiten. Dazu kommt noch die Abschlussarbeit, die Master Thesis. Das ist sicher kein Honiglecken. Die Prognose, dies zu schaffen, war auch ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl und Frau Enewoldsen ist hier deutlich hervorgestochen.“
Die insgesamt 24 neuen Teilnehmer des Studienganges splitten sich nach dem 6. Modul in zwei Gruppen. Neun von ihnen sind Prozessmanager und belegen die entsprechenden vertiefenden Module. Die Herkunft der Studierenden, so Nikolai Neumayer, „ist bunt gemischt und nicht nur industrielastig. Aus dem Bereich Automotive sind natürlich immer Teilnehmer dabei, aber nicht mehr dominant. Im Prinzip teilt es sich gleichmäßig in 4 Bereiche auf: Automotiv-Industrie und generelle Produktion, öffentlicher Bereich mit Schwerpunkt Ministerien, Dienstleistung- und Beratung sowie Gesundheitswesen. Letzteres mit zunehmender Tendenz.“ Die geografische Herkunft ist mit Österreich natürlich am meisten vertreten, aber ebenso sind Teilnehmer aus Deutschland, Südtirol und der Schweiz dabei.
Beim Thema „berufsbegleitendes Studium“ stellt sich natürlich die Frage, in wie weit der Arbeitgeber mitspielt und die Initiative des Mitarbeiters unterstützt. Dazu Sandra Enewoldsen: „Ich hatte bei meinem Arbeitgeber die Studienunterlagen eingereicht. Die Reaktion auf meinen Vorstoß war sehr positiv. Ich werde für die Anwesenheit bei den Modulen in Krems freigestellt und bekomme auch Unterstützung für Reise und Unterkunft.“
Wir werden die Leser von QUALITY ENGINEERING auf dem Laufenden halten und berichten während der Semester aus der Arbeit in den Modulen.

Stipendium Qualitätsmanagement: die Startwoche in Krems 22. bis 27. Oktober
Die erste Woche in Krems ist wie im Fluge vergangen. Am Montag haben wir nach einer allgemeinen Einführung in das Umfeld der Donau Uni Krems den Nachmittag mit dem Thema „Teambuilding“ verbracht. In frei gewählten Kleingruppen haben wir spielerisch die Gruppe formiert, genormt (= von der Kohäsion zur Lokomotion, dem Wir-Gefühl) und als ziel- und leistungsorientiertes Team auf die weiteren Tage eingestimmt. Obwohl die Studierenden aus unterschiedlichen Branchen kommen (Automobilbereich, Gesundheitswesen, IT, Chemie- und Pharmaindustrie, BMLV u. a.) und auch einen anderen Erfahrungshorizont haben, ist die Gruppe sehr homogen.
Am Dienstag wurde das Thema „Strategische Management“ behandelt. Ein Exkurs, der die unterschiedlichen Denkhaltungen (z. B. von Innen aus dem Unternehmen nach Außen oder umgekehrt u. a.) und das Thema „Strategie als Unternehmenserfolg“ aufgezeigt hat. Dass sich die Sichtweisen in den 60ern, den 80ern und den 90ern stark gewandelt haben, wurde klar dargestellt (Zitat aus einer Daimler Studie: „… Die weltweite Nachfrage nach KFZ wird eine Mio nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren…“). Wir sind stets geprägt von unserer Betrachtung von Ursachen und Wirkung. Wichtig ist, aktiv und bewusst Altes loszulassen, um Raum für Neues zu gewinnen. Wesentlich ist auch die Erkenntnis, dass das Alte zu seiner Zeit stets das Beste war, wir uns aber dem permanenten Wandel zu stellen haben. Kernaufgabe ist es heute, klare Spielregelen zu erstellen, die Unternehmensausrichtung eindeutig definieren und ein bestehendes Wertemodell zu kommunizieren. War noch vor Jahren die strategische Ausrichtung des Unternehmens wichtig (wie erreichen wir etwas), ist heute die Vision (warum arbeiten wir) in den Vordergrund gestellt.
Mitarbeitern ist zu vermitteln, dass sie Teil eines Ganzen sind (= gelebte Unternehmenskultur). Aufgabe ist dabei, veränderungsresistenten Menschen, die Freude an der Dynamik zu zünden. Richtige Unternehmensstorys entstehen meist aus einem großen Druck heraus (, wenn es nicht schlechter werden kann), sonst wird häufig eher gebremst und verhindert. Es gibt nun verschiedene Modelle z. B. die Szenarientechniken u. a., sich dem Markt heute zu stellen. Ein weiterer Gedanke war die Aussage; „Wenn du keine Vision / Mission hast, erfüllst du die Vision / Mission der anderen.“
Am Abend war ein Dozent einer Schweizer Hochschule zugegen, der über das Thema „EFQM“ referiert hat und einen ersten Einblick in das Europäische Modell gegeben hat mit einigen Praxisbeispielen.
Am Mittwoch haben wir uns mit den Betriebswirtschaftlichen Grundlagen befasst. Dann kam der große Block des Rechnungswesens. Begriffe wie Bilanzen, Aktiva, Passiva, Gewinn- und Verlustrechnungen wurden erläutert. Als wichtige Regel wurde weiter gegeben: es verändern sich 2 Positionen, die Summe der Veränderung ist 0. Die Buchhaltung erfasst diese Veränderungen der Bilanzsituation. Allgemeine Vorschriften der Periodenreinheit, der Vorsicht, das Imparitätsprinzip, das Relationsprinzip, der Grundsatz der fortlaufenden Bewertung und auch der Grundsatz der Unternehmensführung „Going – concern“ sind intensiv diskutiert worden. In der Kostenrechnung wurde sich mit den Gemeinkosten und den Umlageverfahren beschäftigt (=die Suche nach dem optimalen Faktor). Die Kostenrechnung ist also das Ergebnis eines Rechenverfahrens, an dessen Ende der Kunde steht. Unternehmensführung aus betriebswirtschaftlicher Sicht bedeutet also: klare Entscheidungen treffen unter bestehenden Unsicherheiten!
Am Donnerstag haben wir eine intensive Einführung in das Thema der prozessorientierten Unternehmensführung mit dem Schwerpunkt „prozessorientierte Organisation“ gehabt. Dabei wurde deutlich, dass sich das QM mit dem Punkt „was tun wir“ befasst und das PzM mit dem Punkt „wie mache ich was“. Die Frage dabei ist, wie konsequent Unternehmen diese Ausrichtungen leben. Wesentlich ist die breite und fundierte Basis in einem Unternehmen und dann muss das Ganze gelebt werden = Energiebeiträge spürbar werden. Eine langfristige, ganzheitliche Betrachtung ist von Bedeutung. Alles in Allem gibt es 3 Entscheidungsvarianten: to love it, to change it oder to leave it. Was auch immer für eine interne Situation im Unternehmen herrscht, der Kunde darf nichts merken. Im PzM ist es wichtig stromaufwärts zu denken (Innensicht nach Außen bringen). Wenn es das PzM schafft, die „Vogelperspektive“ zu Beginn als Basis zu setzen (siehe Prozesslandkarten), ist das ein ganz wesentlicher Schritt (immer unter der Fragestellung: was bringt es der Organisation und wie ist das zu realisieren). Organisationen sind meist vertikal (abteilungsbezogen) abgebildet. Wichtig ist beim PzM eine horizontale (organisationsbezogene) Orientierung. Im PzM ist es wesentlich, keine horizontalen Wände aufzubauen. Ähnlich wie das QM ist das PzM ein Aufwand und diesem ist z. B. durch Ressourcenbereitstellung Rechnung zu tragen. Ein Prozess trifft immer mehrere Bereiche. Es sind dort sog. end-to-end Beziehungen abgebildet. Im PzM funktioniert kein „Herren und Knecht – Denken“. Wertschöpfende Transaktionen liegen dem PzM zugrunde. Es wurden die Unterschiede zwischen „Trigger“ (Auslöser) und Input (Eingabe) einschließlich des P-D-C-A-Regelkreises besprochen. Weitere Themen waren: Prozessziele, die am Kunden, an der Strategie, am nächsten Prozess ausgerichtet sein sollten, das Setzen von lang- und kurzfristigen Parametern als Messfühler und das Prozessteam, das kontinuierlich hinterfragt, wie gut der Prozess erfüllt wird, wo Verbesserungen vorgenommen werden können und das Verantwortung für den Informationskreislauf trägt. Jeder Prozess unterliegt einem Lebenszyklus! Es gibt keine Organisation, in der keine Prozesse laufen, die Frage ist nur, wie bewusst wird mit diesem Instrument gearbeitet. Management bedeutet: planen und Ziele setzen, Strukturierung und Organisation, Führen (schaffen von Rahmenbedingungen), Mittelbereitstellung, Steuern und Lenken, ggf. Eingreifen, Optimieren und verbessern. D. h. es muss entschieden, delegiert und Verantwortung übernommen werden. Dies hat Konsequenzen und Auswirkungen auf die Motivation und das eigene Handeln und ist ein wichtiger Faktor, da sonst die Disziplin verloren gehen kann. Fazit aus dem Seminartag: „You must look how to split an elephant“.
Am Freitag und Samstag haben wir sowohl die betriebswirtschaftlichen Grundkenntnisse vertieft und als Anschluss ein Unternehmensplansspiel durchgeführt, das mehrere Spielrunden, eine Bilanzrunde und eine Verhandlungsrunde hatte. Wir haben BWL in der Anwendung selbst ausprobiert, Zusammenhänge in konkreten Situationen simuliert, Chancen erkannt und beurteilt und auch eigene Entscheidungen unter Zeitdruck gefällt.
Zum Schluss wurde das Modell Basel II beschrieben (die 3 Säulen: Mindeststandards an die Eigenkapitalausstattung, qualitative Bankenaufsicht und die Marktdisziplin).
Fazit
Als Fazit dieser ersten Woche resümiere ich: die Donau Uni – speziell unser Bereich QM und PzM – hat mich trotz des o. g. Pensums beeindruckt. Das Engagement der Dozenten, die fachliche Brillanz und auch die Methodik und Didaktik waren absolut überzeugend. Der Bau ist beeindruckend und auch die Unterkunftsmöglichkeiten, das Sportprogramm (von Bogenschießen über Yoga …) sind stimmig. Ich freue mich auf das 2. Modul im Dezember.
Sandra Enewoldsen
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