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Wir haben keinen Fachkräftemangel!

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Die deutsche Wirtschaft beklagt vehement den Mangel an Fachkräften. In vielen deutschen Unternehmen fehlt qualifiziertes Personal. Die Folge: Aufträge werden mit erheblicher Verzögerung durchgeführt oder bleiben komplett unbearbeitet. Ein Umstand, dem gezielt entgegengewirkt werden könnte. „Man kann den Fachkräftemangel abstellen. In vielen Unternehmen leisten hoch qualifizierte Kräfte Aufgaben, für die sie eigentlich überqualifiziert sind“, sagt Dr. Bodo Wiegand, Gründer und Leiter des Lean Management Instituts, Aachen. Unumstritten sei, so Dr. Wiegand, dass viele Stellen in Deutschland aufgrund fehlender qualifizierter Bewerber unbesetzt sind. Da jedoch von externer Seite in naher Zukunft keine Expertenzuwächse zu erwarten und somit bestehende Lücken nachhaltig kaum zu schließen seien, könnten oftmals nur interne Umstrukturierungen den Kern des Problems bewältigen.

Dr. Wiegand: „Der Großteil der Unternehmen und Konzerne hat ja bereits den ersten Schritt getan und maßgebliche Optimierungen durchgeführt. Nun gilt es, die Prozesse in den indirekten Bereichen und im Engineering mit gezielten Lean-Maßnahmen zu verbessern. Die Folge davon ist, dass sich die Fachkräfte wieder auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren können. Hier besteht ein immenses Potenzial.“
Seit mehr als fünf Jahren ist das Aachener Institut erfolgreich in der Einführung von Lean-Methoden in Betrieben, Konzernen, Dienstleistungs- und Serviceunternehmen. Eine der wesentlichen Erkenntnisse: Die tatsächliche Wertschöpfung von hoch qualifizierten Arbeitskräften beträgt laut Untersuchung des Lean Management Instituts im Durchschnitt nur 50 Prozent. Heute übernehmen Ingenieure Aufgaben, die früher zum Beispiel technische Zeichner erledigt haben. Oder Facharbeiter führen Tätigkeiten aus, die vor Jahren noch von der Betriebssekretärin bewältigt wurden. Ein so genanntes Downgrading der Leistungen und Funktionen ist eingetreten; auch eine Folge der Personalkürzungen der Vergangenheit. Wenn beispielsweise ein Konstrukteur, der im Kern auf seinem Fachgebiet Konstruktion tätig sein sollte, mit schriftlichen Rückfragen bei Kunden, dem Führen von Stundenzetteln oder telefonischen Nachfragen bei Herstellern tagtäglich konfrontiert wird, ist dies alles andere als wertschöpfend.
„Ein Konstrukteur soll konstruieren und nicht organisieren, ein Meister soll vor Ort führen und nicht Statistiken verfassen“, sagt Dr. Bodo Wiegand. „Durch die Umschichtung von Tätigkeiten zum Beispiel auf technische Zeichner oder das Sekretariat, durch die Einführung einer verbesserten Meeting- bzw. E-Mail-Kultur und durch eine verbesserte Organisation der wertschöpfenden und zuarbeitenden Prozesse befreit man Ingenieure, Konstrukteur, Meister unter anderem von überflüssigen Aufgaben. So beseitigt man einerseits kapazitive Engpässe und erhöht andererseits die Wertschöpfung.“
Dr. Wiegand: „Nutzten wir nur insgesamt zehn Prozent der bestehenden Potenziale, dann hätten wir keinen Fachkräftemangel in Deutschland. Stattdessen verfügten wir über freie Kapazitäten von Mitarbeitern, die wir in ihren Stärken und Schwächen kennen und die wir auf Basis ihrer fachlichen Kompetenzen gezielt in den Unternehmen einsetzen könnten.“
Dr. Wiegand: „Die Firmen müssten mehr Sekretärinnen und kaufmännische oder technische Assistenten einstellen. Diese Arbeitskräfte gibt es auf dem deutschen Markt. Zehn solcher Mitarbeiter könnten nach Optimierungen und Restrukturierungen von Aufgaben und Prozessen im Schnitt 100 Fachkräfte so entlasten, dass der Fachkräftemangel komplett beseitigt würde. Auch die aktuelle Blue Card Diskussion könnte vereinfacht werden. Wir brauchen die Blue Card nicht – auf jeden Fall nicht, um einen Mangel zu beseitigen. Der Fachkräftemangel in Deutschland ist hausgemacht.“
Lean Management Institut, Aachen
QE 507
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