Qualitätskontrolle bei Edelmetallen und Münzen

Euros im Härtetest

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Die Ver- und Bearbeitung von Edelmetall und Münzen ist nicht denkbar ohne spezielle Mess- und Prüftechnik. So hat sich etwa die Röntgen-Fluoreszenz-Methode für die Analyse von Gold und Legierungen etabliert. Härteprüfer liefern bei der Münzherstellung vollautomatisch präzise Messwerte.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Bei der Verarbeitung von Edelmetallen gibt es daher einen großen Bedarf an Technik, mit deren Hilfe sich die entsprechenden Materialien und Produkte prüfen lassen.

Für solche Aufgaben hat sich mittlerweile die Röntgen-Fluoreszenz-Methode etabliert. Sie eignet sich zum Beispiel für die Analyse von Gold und Legierungen. Oder für das Messen von Schichtdicken – etwa von Goldschichten bei Modeschmuck. Der große Vorteil des Verfahrens: Es liefert ebenso gute Ergebnisse wie andere Methoden – bei der Analyse wird die Probe jedoch nicht zerstört. Gleichzeitig ist die Röntgen-Technik schnell und präzise.
„Die typische Messzeit beträgt 20 bis 30 Sekunden“, berichtet Marcel Koch. Er ist Marketing-Leiter bei der Helmut Fischer AG, die Messtechnik für Schichtdicke, Materialanalyse und Werkstoffprüfung anbietet. „Die Fehlertoleranz unserer Produkte liegt im Promille-Bereich“, so Koch weiter.
Er spricht dabei unter anderem vom Röntgen-Gerät Fischerscope XAN 22, das die Helmut Fischer AG anbietet. Es eignet sich, um Schmuck, Edelmetalle, Gelb- und Weißgold, Platin, Silber, Rhodium und alle Schmucklegierungen und –schichten zu analysieren. „Damit lassen sich 24 Elemente gleichzeitig erkennen“, sagt Koch.
Mit der Röntgen-Fluoreszenz-Technik arbeitet auch das Gerät Goldxpert von Olympus. Nutzer haben damit die Möglichkeit, eine breite Palette von Gold-, Silber-, Platin- und weiteren Edelmetalllegierungen zu identifizieren und ihre genaue Zusammensetzung zu analysieren. Außerdem lassen sich mit der Technologie schädliche Elemente in den Proben erkennen. Daneben übernimmt der Goldxpert auch die Qualitätskontrolle in Veredelungs- und Schmelzverfahren.
Das Gerät wiegt 10 kg und kann somit überall dorthin transportiert werden, wo getestet werden soll – also auch beim Kunden- oder Lieferanten vor Ort. Mit einer integrierten Kamera lassen sich Fotos vom Prüfobjekt aufnehmen und zusammen mit den entsprechenden Analyseergebnissen im Gerät speichern.
Nachteil der Röntgen-Fluoreszenz-Methode ist allerdings, dass nur die Oberfläche getestet wird. Aus diesem Grund kommen solche Geräte auch nicht zum Einsatz, wenn es darum geht, die Echtheit von Edelmetall-Barren und Münzen zu prüfen.
Für diesen Einsatzzweck hat die Helmut Fischer AG die Produktlinie Sigmascope entwickelt. Die Geräte erkennen Fälschungen, indem sie Strom durch die Barren oder Münzen leiten. Dabei nutzen sie den physikalischen Effekt, dass sich verschiedene Legierungen und Feingold in ihrer elektrischen Leitfähigkeit unterscheiden. Dieses Verfahren bietet ebenfalls den Vorteil, dass die Prüfung zerstörungsfrei abläuft.
Rohlinge werden zuverlässig geprüft
Bei der Fertigung von Münzen spielt die Härteprüfung eine entscheidende Rolle in der Qualitätssicherung. Von Hegewald & Peschke gibt es dafür einen neuen Spezialhärteprüfer. Die Sonderprüfmaschine arbeitet mit Münzrohlingen – sogenannten Ronden – und führt dabei vollautomatisch Härteprüfungen nach Vickers, Brinell und Martens durch. Die 500 N starke Maschine realisiert laut Hersteller besonders hohe Prüfdurchsätze, lässt sich leicht bestücken und liefert präzise sowie zuverlässige Messwerte.
Mit dem Härteprüfer richtet sich Hegewald & Peschke unter anderem an Hersteller von Rohlingen für die Herstellung von Euromünzen. Die Maschine übernimmt hier wichtige Aufgaben in der fertigungsnahen Qualitätssicherung.
Die Maschine wird mit Ronden der Größen 14 bis 36 mm und Randhöhen von 1,0 bis 3,0 mm bestückt. Sie lässt sich stufenlos auf neue Abmessungen einstellen und prüft sowohl homogene als auch mehrschichtige Ronden. Matte Probenoberflächen können ebenso verwendet werden wie hochglänzende Ronden aus den verschiedensten Materialien wie etwa Aluminium, Kupfer, Nickel, Gold oder Silber.
Der Härteprüfer von Hegewald & Peschke beinhaltet einen so genannten Schwingförderer, der bis zu 100 Ronden mit einem Gesamtgewicht von 2 kg aufnimmt. Dieses neue System macht laut Anbieter aufwendiges und zeitintensives Vormagazinieren und Sortieren überflüssig.
Die Einstellung der Belastungskräfte erfolgt stufenlos über eine spezielle Prüfsoftware. Je nach Prüfverfahren werden die Proben nach dem Eindrucksetzen zur optischen Vermessung geführt. Ab der zweiten Prüfprobe verlaufen beide Arbeitsschritte parallel. Dies spart Zeit und erhöht den Durchsatz der Maschine. ■
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