Auswuchtsystem Tooldyne beschleunigt Qualitätssicherung von Präzisionswerkzeugen

Perfekt integriert, Prozess optimiert

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Um die steigenden Anforderungen in der Qualitätssicherung seiner Präzisions- und Trägerwerkzeuge aufzufangen, entschied sich Werkzeughersteller LMT Kieninger für die Anschaffung einer weiteren Auswuchtmaschine. Die Wahl fiel auf das kompakte Komplettsystem Tooldyne von Schenck Rotec (EMO: Halle 6, Stand B45).

LMT Kieninger ist ein international tätiger Hersteller von Präzisionswerkzeugen für die Zerspanungstechnik. Er gilt als Spezialist für Sonderwerkzeugsysteme sowie Werkzeuge für den Gesenk- und Formenbau. Zu den Produkt-Highlights gehören lange Reihenbohrstangen mit integrierten Schieberwerkzeugen zum Bearbeiten der Lagergassen großer Dieselmotoren. Das Unternehmen aus Lahr ist einer von weltweit nur vier Anbietern, die solche angetriebenen Tooling-Systeme konstruieren und fertigen können.

Wie nicht anders zu erwarten, bedarf die Herstellung solcher Präzisionslösungen einer ausgefeilten Qualitätssicherung. Und weil sich in Lahr fast alles um rotierende Werkzeuge dreht, spielt hier die Auswuchttechnik eine maßgebende Rolle. Seit etlichen Jahren setzt der Hersteller in diesem Bereich auf die Maschinen und Anlagen von Schenck Rotec.

Um Nachfragespitzen abzufedern, stand der Kauf einer zweite Auswuchtmaschine an. „Neben Grundvoraussetzungen wie hohe Messgenauigkeit und Sicherheit standen daher Aspekte wie Vernetzbarkeit und Datenhandling ganz oben auf unserer Wunschliste“, sagt Guiseppe Scarpulla, der bei LMT Kieninger die Fertigung der Trägerwerkzeuge leitet.

Die Wahl fiel auch diesmal auf eine Maschine von Schenck RoTec: Eine vollausgestattete Tooldyne der neusten Ausführung. In Lahr erfolgt der Prozessschritt des Auswuchtens unmittelbar nach der Montage und vor der Endkontrolle der Werkzeuge. Im Sinne einer 100%-Kontrolle wird dabei jedes einzelne Tool geprüft. Neben den Werkzeugen gehören dazu auch Wendeschneidplatten, Rückwärtssenker sowie fertig montierte Fräsköpfe und Scheibenfräser, die später teilweise in Highspeed-Applikationen laufen.

Die daraus folgenden, rein technischen Anforderungen – etwa bezüglich Flexibilität und Messgenauigkeit – erfüllt die Tooldyne serienmäßig. Denn die schlank designte Maschine ist konzipiert für viele Arten rotierender Werkzeuge. Sie dürfen bis zu 30 kg wiegen, mit Aufnahme bis zu 600 mm lang sein und maximale Durchmesser von 400 mm haben. Die Unwuchtmessung erfolgt in ein und zwei Ebenen bei Spindeldrehzahlen von bis zu 1200 min-1 mit exzellenten Ergebnissen: Die kleinstmögliche Restunwucht liegt bei 0,5 gmm/kg; das entspricht bei einem Werkzeug mit 1,0 kg Gesamtgewicht einer Schwerpunkt-Exzentrizität von nur 0,5 µm.

Fragen zum Datenmanagement und zur Prüfprotokoll-Verwaltung konnten rasch ad acta gelegt werden, da die Tooldyne viele für das moderne Datenhandling wichtige Features bereits ab Werk mitbringt; so etwa eine Ethernet-Schnittstelle, Statistiken im CSV-Dateiformat, den Export der Rotordaten oder auch ein Wuchtprotokoll. Als großer Vorteil für die einfache System- und Prozessintegration erwies sich zudem, dass die Intelligenz der Tooldyne auf der Basis von Microsoft Windows arbeitet. „Uns ermöglichte das eine schnelle und einfache Vernetzung der Maschine mit unserem IT-System in der Produktion. Außerdem war damit von Beginn ein durchgängiger Datenfluss gewährleistet – ohne aufwändige Konfigurationsarbeiten“, so Scarpulla.

Den Wunsch des Kunden, die Prüfprotokoll-Verwaltung zu optimieren, erfüllte Schenck Rotec mit einer Lösung aus dem Werkzeugkasten der modernen Iden-Technik: Sie pflanzten der Tooldyne kurzerhand einen Barcode-Reader ein. „Dank dieses Zusatz-Features können wir die Barcodes unserer Laufzettel jetzt direkt an der Auswuchtmaschine einscannen und alle Auftrags- und Produktdaten automatisch ins Prüfprotokoll übernehmen. Manuelle Eingabeprozeduren entfallen also, wodurch wir viel Zeit sparen, Fehler vermeiden und die Effizienz spürbar verbessern“, erläutert Scarpulla.

Seit neun Monaten ist die Tooldyne in Lahr am Werk. Für Scarpulla und seine Mitarbeiter ist die neue Maschine zur festen Größe der Qualitätssicherung geworden: „Unübersehbar ist hier alles auf Effizienz und Prozesssicherheit ausgelegt – von der Plug&Play-Inbetriebnahme über die einfache Bedienung bis hin zum niedrigen Energiebedarf und dem geringen Serviceaufwand.“

Ein Highlight der Maschine ist die pneumatische Spannaufnahme, die das Werkzeug nach dem Aufsetzen in den Adapter einzieht und absolut präzise fixiert. Diese Lösung reduziert nicht nur die Prozessdauer, sondern ist auch ein Garant für reproduzierbare, hochgenaue Unwuchtmessungen. Gleichermaßen ein Beitrag zur Effizienz und Ergonomie ist das farbige und bewegliche Touch-Panel des Messgeräts, das sich zur Dateneingabe leicht ins optimale Blickfeld ziehen lässt. Ein großer Vorteil für LMT Kieninger war zudem, dass die Tooldyne mit dem gleichen CAB-Messgerät arbeitet wie die bereits 2015 modernisierte Horizontal-Auswuchtanlage.

Permanent-Kalibrierung spart Zeit

Rasch schätzen gelernt haben die Qualitätssicherer von LMT Kieninger einen weiteren Effizienzfaktor der Tooldyne: Die Permanent-Kalibrierung. Sie basiert darauf, dass die Maschine nach ISO-Standards mit einem zertifizierten ISO-Rotor geprüft und kalibriert ist. Damit befreit sie den Anwender von zeitraubenden werkzeugspezifischen Kalibrierläufen vor oder während des Auswuchtens und verkürzt die Bearbeitungszeit erheblich. Scarpulla: „Wenn die Werkzeugdaten eingetippt sind, können wir den Messlauf sofort starten – ohne Warteschleife. Und nach der Unwuchtmessung zeigt die Maschine dann die Position für den Ausgleich deutlich sichtbar und genau mit einem Linienlaser an. Es kann also gleich weitergehen.“ ■


Der Autor

Michael Stöcker

Journalist

im Auftrag von

Schenck Rotec

www.schenck-rotec.com

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