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Robuste Prozesse schützen Menschen und Marken

Qualitätssiegel „Sicher gegen Corona“
Robuste Prozesse schützen Menschen und Marken

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Mit dem dem Qualitätssiegel „Sicher gegen Corona“ können Unternehmen in der Pandemie den objektiven Nachweis erbringen, dass sie alles dafür tun, um sichere Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter zu schaffen und ihre Kunden und Partner vor gesundheitlichen Schäden zu schützen. Fraport, die ADAC Luftrettung und die Nationale Anti Doping Agentur gehören zu den Vorreitern.

Der Vorgang ist bei genauerer Betrachtung eine Parabel auf die Harmonisierung von Interessen an der Schnittstelle von Unternehmen und Verbrauchern, Betriebs- und Volkswirten, Behörden und Politik: Im Moment der allgemeinen Not, in der eine unsichtbare Bedrohung vielen Menschen und auch manchen Organisationen den Mut rauben will, kann eine einfache Weisheit das Vertrauen in die allgemeine Sicherheit und Beherrschbarkeit des gesellschaftlichen Wohlstands wieder stärken und stützen: Vertrauen basiert auf der Identifikation und Nachvollziehbarkeit von robusten Prozessen.

Dieser Gedanke war der Motor des TÜV Hessen für die Entwicklung des Qualitätssiegels „Sicher gegen Corona“. Es orientiert sich an den aktuell gültigen Ordnungsregeln und Gesetzen der Covid-19-Phase sowie an den Prüfverfahren von Systemen – und an der konkreten Situation der Unternehmen und Organisationen, die dies beauftragen.

Basis des Prüfkonzepts für das Siegel sind diejenigen Vorgaben, die in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung sind: Gesetze, Standards und wissenschaftliche Erkenntnisse. Bemerkenswert hierbei: Auch diese Grundlagen sind in der aktuellen Phase ihrerseits – ungewöhnlich genug – durchweg nicht starr, sondern permanenter Entwicklung und Lerneffekten unterworfen.

Basis der Prüfungen sind

  • Regelungen des Bundes und der Länder gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG),
  • geltende Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts,
  • Sars-Cov-2-Arbeitsschutzstandard und
  • die in der zu prüfenden Organisation wirksamen Covid-19-Richtlinien.

In diesem Sinne verkehrt Covid-19 auch hier die Welt, die man gewohnt ist. Gesetzliche Regelungen, Verordnungen und auch das, was man gerne „den Stand der Wissenschaft“ nennt, verwandeln sich in eine Art von „moving targets“. Sonja Sieger, fachlich verantwortlich bei TÜV Hessen für das Qualitätssiegel: „Was aber Halt geben kann und soll, ist ein objektiver Nachweis dafür, dass alles getan ist, um sichere Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter zu schaffen und Kunden vor gesundheitlichen Schäden zu schützen.“

Auf dieser Basis entwickelten die Experten von TÜV Hessen aus den Bereichen Industrie-Sicherheit und Arbeitsmedizin dieses Prüfgerüst, mit dem Unternehmen die eigenen Bemühungen um das Wohl nicht nur ihrer Kundinnen und Kunden, sondern auch für alle Stakeholder in ihren Supply Chains prüfen, optimieren, bewerten und nachweisen (lassen) können.

Bemerkenswert an dieser Vorgehensweise ist, dass das statistische Risikomanagement als Allzweckwaffe nahezu aller Systemansätze des 21. Jahrhunderts hier auf der Basis der für den Einzelfall beziehungsweise für einzelne Branchen nicht vorhandenen oder viel zu kleinen Datenbasis kaum Bedeutung hat. Es muss auch ohne gehen. So geht es darum, die Gefährdungslage zu Infektionsgefahren in jedem Unternehmen individuell zu prüfen, um daraus konkrete Schutzmechanismen abzuleiten und zu etablieren. Das gilt für Unternehmen jeder Branche und Größe.

Eine Reihe von Organisationen haben das Qualitätssiegel „Sicher gegen Corona“ bereits erhalten. Dazu gehören Fraport, die ADAC Luftrettung und das Medikationskontrollsystem der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA).

Fraport ist die Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt/Main. Der Airport ist mit über 70 Millionen Passagieren im Jahr 2019 der größte in Deutschland und der viertgrößte in Europa. Die Leitung von Fraport ist sich der gesellschaftlichen Relevanz ihrer europäischen und weltweiten Drehscheibenfunktion ebenso bewusst wie der Notwendigkeiten, die sich aus der auch in Corona-Zeiten noch hohen Anzahl von Menschen ergeben, die hier ankommen und losfliegen: Als Markenprodukt wollten die Frankfurter die Qualität ihres Umgangs mit Corona bis in den kleinsten Prozess hinein durch eine unabhängige Prüfung deutlich machen.

Fraport beauftragte TÜV Hessen mit der Prüfung der Infektionsschutzmaßnahmen und -prozesse am europäischen Drehkreuz. Wie man eine solche Prüfung am besten durchführt? In diesem Fall lautete die Antwort: Indem man den üblichen Reiseverlauf aus Sicht von Passagieren komplett „vom Hin bis zum Zurück“ durchspielt. Auf einzelne Prozessschritte heruntergebrochen und unter Realbedingungen entstand dabei ein umfangreicher Prüfkatalog, mit dem die Experten von TÜV Hessen mehrere Tage lang vor Ort waren.

Dabei spielte das TÜV Hessen-Prüfteam „Sicher gegen Corona“ nicht nur die Rolle des Advocatus Diaboli, der jeweils das Schlimmste anzunehmen gewohnt ist, sondern auch des zufriedenen Passagiers: Der Flughafenbetreiber Fraport konnte mit seinem stimmigen und vorbildlich umgesetzten Gesamtkonzept zum Schutz aller Beteiligten überzeugen: Die branchenspezifischen Schutz- und Hygieneanforderungen Sars-Cov-2/Covid-19 und auch die geltenden Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts waren hier vorbildlich berücksichtigt.

„Sämtliche Prozesse und Abläufe wurden an die außergewöhnliche Situation angepasst. Die Reisenden werden mit zahlreichen optischen und akustischen Hinweisen kontinuierlich an die aktuellen Verhaltensregeln erinnert und zur Einhaltung aufgefordert“, sagt Sieger. „Mit einem eigenen medizinischen Dienst und der Errichtung von Corona-Testzentren hat Fraport zusätzliche Bausteine zur Eindämmung der Pandemie geschaffen. Wichtig für alle Flugreisenden ist natürlich, sich auch strikt an die entsprechenden Vorgaben zu halten, um sich vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.“

Neben den vielfältigen Hygienevorkehrungen lobten die Prüfer vor allem die zahlreichen optischen und akustischen Hinweise zur stetigen Erinnerung an aktuelle Verhaltensregeln. Außerdem habe der Flughafen sämtliche Prozesse optimal an die Pandemie-Situation angepasst. Mit dem eigenen medizinischen Dienst und der Einrichtung von Corona-Testzentren liefert Fraport ein stimmiges Komplettpaket im Kampf gegen das Virus.

ADAC Luftrettung mit individueller,
mehr als 100 Punkte umfassender Checkliste

Im September 2020 wurde auch das Sicherheits- und Hygienekonzept der ADAC Luftrettung vom TÜV Hessen mit dem bundesweiten Qualitätssiegel „Sicher gegen Corona“ ausgezeichnet. Die Teams dieser engagierten Organisation mit den gelben Hubschraubern haben alleine zwischen Mitte März und Ende Juni dieses Jahres rund 450 Coronavirus-Einsätze absolviert. Der Nachweis von gesicherten Prozessen und Strukturen im Kampf gegen Covid-19 wurde durch den TÜV Hessen quasi quer durch Deutschland in einer repräsentativen Auswahl von elf der insgesamt 37 ADAC-Luftrettungsstationen geführt.

Der Bewertungskatalog überprüfte dabei entlang der aktuell gültigen Pandemie-Anforderungen des Robert-Koch-Institutes, wie die ADAC Luftrettung die für Hygiene und Schutz nötigen Maßnahmen in der Praxis umsetzt. Geprüft wurde zum einen das Verhalten im realen Rettungseinsatz unter Vollschutz mit Overall, Handschuhen, FFP2-Maske und Schutzbrille sowie Abstandsregeln und Kommunikation. Zum anderen bewerteten die Prüfer das Hygienemanagement mit. Das umfasst zum Beispiel die Reinigung und Belüftung der Station, die Desinfektion von Dienstkleidung sowie die Reinigungs- und Waschverfahren. Verbesserungen konnten direkt in den täglichen Betrieb integriert werden.

Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, sieht sich in seiner Entscheidung für die Aufwände, die das Siegel durchaus mit sich brachte, mehr als bestätigt: „Die Crews und Mitarbeiter der ADAC Luftrettung haben seit Ausbruch der Pandemie Außergewöhnliches geleistet. Rund um die Uhr – auf den Stationen, in den Werften, im Simulatorzentrum, in der Zentrale und aus dem Homeoffice. Das Qualitätssiegel bestätigt unseren hohen Sicherheitsstandard bei Infektionsschutztransporten und belohnt die harte Arbeit an der Corona-Front.“

TÜV-Expertin Sieger zeigte sich ebenso begeistert: „Zusammen mit branchenspezifischen Anforderungen haben wir eine Checkliste von insgesamt mehr als 100 Punkten abgearbeitet. Darüber hinaus wurden auf den Stationen mehrstündige Interviews mit einem umfangreichen Fragenkatalog geführt. Die Zusammenarbeit war über den gesamten Weg quer durch Deutschland extrem konstruktiv und produktiv – man zog ja wirklich an einem Strang.“

Basis bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur
ist die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001

Ein weiteres Beispiel ist die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (Nada). Die bereits seit 2018 nach DIN EN ISO 9001 zertifizierte Geschäftsstelle der Nada betreibt aktiv ihr Qualitätsmanagementsystem. Insofern mag es nicht verwundern, dass die DIN EN ISO 9001 als „Mutter aller Qualitätsnormen“ auch für die Beurteilung der Robustheit von Strukturen und Prozessen im Kampf gegen Corona eine ausgezeichnete Basis darstellte.

Auf der Basis eines speziell auf die Anforderungen der Medikations- und Doping-Kontrollen bei Pferden durch die Nada zugeschnittenen Prüfpfads wurde das individuelle Schutz- und Hygienekonzept zur Infektionsverhütung auf Herz und Nieren geprüft. Dabei wurde nicht nur das eigentliche Verfahren zur Durchführung sowie die Zuständigkeit für die Kontrollen geprüft: Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Prüfung des Monitorings zur Einhaltung und Dokumentation der festgeschriebenen Hygienemaßnahmen. Als ein weiterer wesentlicher Bestandteil erwies sich bei der Nada die konsequente Unterweisung von Mitarbeitern im korrekten Umgang mit der hygienischen Aufbereitung von Mund-Nasen-Bedeckungen.

Das Sprichwort vom Teufel, der im Detail steckt, ist auch hier eindeutig richtig. Bei einem Thema wie Covid-19 muss der Prozess dort ansetzen, wo die konkreten Risiken sind. Und das ist ja der Punkt: Masken mögen lowtech sein, aber wenn man sie richtig einsetzt und den richtigen Umgang damit kennt, reduziert man damit wirksam das Ansteckungsrisiko. Anfang September wurde die NADA für diesen Bereich mit dem Qualitätssiegel „Sicher gegen Corona“ zertifiziert. ■

TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH (TÜV Hessen)

Robert-Bosch-Straße 16
64293 Darmstadt
Tel. +4961516000
www.tuevhessen.de


Der Autor

Jürgen Bruder
Mitglied der
Geschäftsleitung
TÜV Hessen
www.tuev-hessen.de


Das Infektionsschutzgesetz

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) – genauer gesagt das „Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen“ – kann auch im Falle der Corona-Pandemie als führende Leitplanke für Strukturierung und Umsetzung dienen. Es liegt im Wesen der Sicherheitsstandards insbesondere in Deutschland, dass man für Fälle auch dann vorbereitet ist, wenn sie bislang noch nicht in vollem Umfang eingetreten sind.
Dank der weltweiten Vernetzung der Wissenschaften ist es beruhigend zu wissen: Tritt ein Fall ein, werden Strukturen und Regeln auch durch die Erfahrungen aus anderen Staaten auf den jeweils aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik aktualisiert.


Arbeitsschutz bei Covid-19

Der Sars-Cov-2-Arbeitsschutzstandard – genauer gesagt das „Betriebliche Maßnahmenkonzept für zeitlich befristete zusätzliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor Sars-Cov-2 (Sars-CoV-2-Arbeitsschutzstandard) – wurde am 16. April 2020 definiert. Darin heißt es„Die Corona (Sars-Cov-2)-Pandemie trifft das gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Leben gleichermaßen, Beschäftigte und Nichtbeschäftigte. Diese Pandemielage ist eine Gefahr für die Gesundheit einer unbestimmten Zahl von Personen und zugleich für die öffentliche Sicherheit und Ordnung (…) Die Verantwortung für die Umsetzung notwendiger Infektionsschutzmaßnahmen trägt der Arbeitgeber entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Der Arbeitgeber hat sich von den Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten beraten zu lassen sowie mit den betrieblichen Interessensvertretungen abzustimmen.“


Das Qualitätssiegel

Das Qualitätssiegel „Sicher gegen Corona“ bedeutet:

  • Sicherheit bezüglich des betrieblichen Schutz- und Hygienekonzepts
  • Prüfbericht mit allen relevanten Ergebnissen und Hinweisen zur weiteren Optimierung
  • Schulungsfilm „Hygiene und Infektionsschutz“ für Mitarbeiter
  • Nachweis der Erfüllung der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber (Compliance)
  • Stärkung des Vertrauens von Mitarbeitern und Kunden
  • Transparenz gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Partnern
  • Positiver Imagefaktor und Auszeichnung der Maßnahmen zum Infektionsschutz

So sieht der Ablauf der Prüfung aus: Nach der Kontaktaufnahme erfolgt eine Vorprüfung anhand des Schutz- und Hygienekonzepts. Parallel steht eine Frageliste als Basis für die zu prüfenden Prozesse zur Verfügung. Es folgt ein Vor-Ort-Termin, bei dem der TÜV Hessen anhand einer Checkliste und transparenten Kriterien prüft, ob die für die jeweilige Branche aktuell zutreffenden Schutz- und Hygieneanforderungen bezüglich Sars-Cov-2/Covid-19 umgesetzt werden.

Das Unternehmen erhält einen Prüfbericht mit allen relevanten Ergebnissen und gegebenenfalls Hinweisen zur weiteren Verbesserung Ihres Hygienekonzepts. Sind alle Anforderungen umgesetzt, erhält die Organisation das Qualitätssiegel „Sicher gegen Corona“. Das Qualitätssiegel ist nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung für sechs Monate gültig und muss anschließend erneuert werden. ■



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