Luftfahrt-Zulieferer Martin Baker baut auf Messtechnik von Mitutoyo

Wenn Messtechnik Menschenleben rettet

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Fast 8000 Piloten verdanken ihr Leben dem Know-how des Schleudersitzherstellers Martin Baker. Bei der Messtechnik vertraut das britische Unternehmen auf Koordinatenmesstechnik, Kontur- und Oberflächenmessgeräte sowie Handmessmittel aus dem Hause Mitutoyo.

Kaum ein Name in der verarbeitenden Industrie verkörpert die menschliche Sicherheit mehr als der Name „Martin Baker“. Das 1929 als Flugzeughersteller gegründete Unternehmen entwickelte sich in der Folge zum weltweit führenden Hersteller von Schleudersitzen in Flugzeugen. Am Haupteingang des Firmensitzes zeigt ein großer Bildschirm live die aktuelle Zahl der geretteten Leben: Von 1946 bis Ende Juli 2019 hat das Unternehmen mit seinen Produkten 7613 Menschenleben gerettet. Im Jahr 2018 waren es allein 19.

Seit 1946 hat Martin Baker mehr als 85.000 Sitze in 91 Länder ausgeliefert. Zurzeit sind mehr als 16.000 Sitze in 78 Ländern und in 51 Flugzeugtypen im Einsatz. Die Schleudersitze sind für alle Bereichen der Luftfahrt verfügbar, von Hubschraubern und kleinen Propellermaschinen bis hin zu Kampfflugzeugen.

Das Unternehmen produziert zurzeit mehr als 40 Sitze pro Monat sowie ein komplettes Angebot von Komponenten für den vorgeschriebenen Wartungs- und Reparaturzyklus der verbauten Sitze. Die Produktpalette, die gefertigt wird, reicht von Ersatzteilen für Sitze aus dem Jahr 1949 bis hin zu den mehr als 700 Teilen für jeden in einem Joint Strike Fighter (JSF) eingebauten Sitz. Das Unternehmen führt 25.000 aktive Komponenten und darüber hinaus mehr als 50.000 weitere Teile in seiner Bestandsliste. Die Komponenten werden von 25 CNC-Fertigungsmaschinen hergestellt. Das Herzstück des Produktionsstandorts mit 800 Mitarbeitern ist eine DMG-Zelle mit vier Produktionsmaschinen für 72 Paletten, die 24 Stunden am Tag und 364 Tage im Jahr im Betrieb sind.

Um sicherzustellen, dass die Komponenten den hohen Anforderungen von Martin Baker entsprechen, verfügt das Unternehmen über eine 55 Mitarbeiter umfassende Prüfabteilung, die auf die Messgeräte von Mitutoyo (EMO: Halle 6, Stand D47) setzt. Seit mehr als 25 Jahren misst und kontrolliert Martin Baker mit Hilfe von Mitutoyo die Qualität seiner Sitze und der wichtigsten lebensrettenden Komponenten. „Wir sind seit langem eng mit Mitutoyo verbunden, und seit mehr als 30 Jahren setzen wir Handmessmittel wie Bügelmessschrauben, Messschieber sowie Höhen- und Koordinatenmessgeräte von Mitutoyo ein. Wie unser Unternehmen, so hat sich auch die Technologie weiterentwickelt“ sagt Darren Smith, Manager der Qualitätssicherung bei Martin Baker.

Der Luftfahrt-Zulieferer verfügt gegenwärtig über insgesamt fünf Mitutoyo Koordinatenmessgeräte: drei Surftest Geräte zur Messung der Oberflächenrauheit, ein Contracer Konturmessgerät, zwei Trainingskits und die leistungsstarke Mitutoyo Measurlink Software für die Statistische Prozesskontrolle (SPC). Außerdem sind über 300 Mitutoyo Handmessmittel vor Ort im Einsatz.

„Für jede messtechnische Herausforderung hat Mitutoyo stets eine Lösung gefunden. Mitutoyos umfassende Infrastruktur und seine Produktpalette schaffen eine starke Grundlage für unsere tägliche Arbeit. Wir setzen daher Mitutoyo Messmittel und Systeme im gesamten Produktionsbereich ein“, sagt Darren weiter. „Es geht aber natürlich nicht nur um die Hardware. Die Measurlink Software von Mitutoyo unterstützt uns in unserem Programm zur Messsystemanalyse und erlaubt es uns, unsere Ergebnisse für die Wiederhol- und Vergleichspräzision eines Messmittels (R&R) und auch die SPC-Ergebnisse zu bewerten. Wir haben zudem die Mitutoyo Trainingsangebote integriert, wie zum Beispiel Schulungen vor Ort, und wir haben sogar Trainingskits und -ausrüstung gekauft, um unsere eigene Trainingswerkstatt zu unterstützen und die Weiterentwicklung unserer eigenen Mitarbeiter zu fördern.“

Steigende Anforderungen der Konstruktionsabteilung

In Bezug auf die bei Martin Baker hergestellten Komponenten fährt Darren fort: „Unsere Konstruktionsabteilung stellt immer höhere Anforderungen an uns. So wurden beispielsweise in den letzten Jahren die Grundsätze für die Tolerierung in unseren technischen Zeichnungen geändert. Wir stützen uns mehr und mehr auf Form- und Lagetoleranz (GD&T). Dieser Anspruch machte mehr Geräte notwendig, die in der Lage sind, diese Anforderungen auch tatsächlich zu erfüllen.“ Daher hat das Unternehmen in den vergangenen sechs Jahren in standardisierte Geräte investiert, die alle Anforderungen der Entwicklungsabteilungen erfüllen.

In Sachen Hardware verfügt Martin Baker in seiner Qualitätssicherung über zwei Koordinatenmessgeräte des Typs Crysta-Apex S 9206 und über ein weiteres Gerät dieses Typs zur Prüfung von Komponenten im Wareneingang, während ein kleineres Crysta-Apex S 9106 sich direkt neben der DMG-Mori-Produktionszelle im Produktionsbereich befindet. Das Werk in West-London verfügt außerdem über zwei Formmessgeräte des Typs CV-3200 Contracer zur Prüfung von Konturen und Profilen sowie über drei CNC-Oberflächenrauheits-Messgeräte Surftest Extreme SV-3000.

Was diese Technologie und Konfiguration im Fall von Martin Baker wirklich beeindruckend macht, sind die Investitionen in Peripheriegeräte und Software, die optimal mit der Hardware zusammenarbeiten. Jedes Koordinatenmessgerät verfügt über ein standardisiertes und umfassendes Tasterwechselmagazin. Dazu gehört das Messkopfsystem SP25M und das Softwaremodul Scanpak der Software-Suite Mcosmos 3. Der scannende Messkopf SP25 bietet dem Unternehmen zwei Sensoren in einem Messkopf, einen zum hochgenauen Scannen mit kontinuierlichen Kontakt zum Werkstück und einen schaltenden Sensor, der meist für Regelgeometrien eingesetzt wird. Dies reduziert die Messzeiten und ermöglicht gleichzeitig eine hundertprozentige Inspektion von Form- und Lagemerkmalen. Der Scanningprozess vervielfacht die Zahl der Messpunkte und gewährleistet so zum Beispiel die exakte Auswertung von Formabweichungen wie Rundheit oder Lageabweichungen wie die Konzentrizität und Position von Bohrungen. Dies gibt den Kunden volles Vertrauen in Martin Bakers Prüfprozesse.

Software gewährleistet einheitliche Prüfung

Die analoge Scanningtechnologie des SP25M arbeitet optimal mit dem Softwaremodul CAT1000P, dem On-/Offline Programmiermodul und CAT1000S, dem Auswertemodul von 3D-Freiformflächen in Mcosmos zusammen. Dieses Softwarepaket ermöglicht es Martin Baker, seine CAD-Modelle schnell direkt in der Software zu laden und den Pfad des Messkopfsystems über die CAD-Oberfläche zu legen. Durch das Scannen von Bauteilen direkt aus CAD-Modellen heraus hat das Unternehmen seine Abläufe standardisiert, bei den Mitarbeitern eine sehr hohe Messprozessdisziplin verankert und die Programmierzeiten für die Messtechnik verkürzt. Durch die Auswahl der effizientesten Pfade und Messwege für das Messkopfsystem konnte das Unternehmen mithilfe der CAT-1000PS-Technologie eine Teilebibliothek erstellen und die Messzyklen kontinuierlich optimieren.

„Die Software-Suite Mcosmos 3, die die CAT 1000PS Technologie beinhaltet, verfügt über standardisierte Prozesse und bietet Martin Baker eine einheitliche Grundlage für Messungen, während gleichzeitig die Dauer der Messprogramme reduziert und der Werkstückdurchsatz verbessert werden“, erklärt Chris Pullen, Vertriebsmitarbeiter Technik bei Mitutoyo. „Darüber hinaus schafft die Möglichkeit, eine vollständige Bibliothek optimierter Messprogramme zu speichern, die Grundlage für eine auf historischen Daten beruhende und einheitliche Inspektion.“ In jüngerer Zeit hat Martin Baker in die neueste Version von Mitutoyos Measurlink Software zur Statistischen Prozesskontrolle (SPC) investiert. Diese Software bietet vollständige PPK- und CPK-Berichte mit Diagrammen und Histogrammen sowie umfassende Funktionen zur Berichterstellung, mit denen Martin Baker nicht nur Messwerte der aktuellen Produktion überwachen und überprüfen, sondern auch aktuelle Werte mit in der Vergangenheit aufgezeichneten Daten vergleichen kann. Diese Daten können für jedes Merkmal jedes hergestellten Teils aufgezeichnet werden.

Drahtlos-Technologie als nächster Schritt

Während die Implementierung der neuesten Mitutoyo Technologie für Martin Baker heute erhebliche Vorteile bringt, blickt das Unternehmen auch immer in die Zukunft. Aus diesem Grund hat das Unternehmen vor kurzem die Mitutoyo U-Wave Technologie eingeführt, mit der Handmessmittel wie Bügelmessschraube und Messschieber automatisch über ein drahtloses Funknetzwerk mit der Software Mcosmos 3 und Measurlink verbunden werden können, um automatisch einheitliche Prüfberichte von Komponenten zu erstellen. Martin Baker kann die Messparameter für den Bericht und die jeweiligen Werkstücke auswählen. Darauf aufbauend kann das Personal im Produktionsbereich unmittelbar Prüfberichte erstellen. Diese Daten und Berichte werden auf einer Live-Plattform bereitgestellt, die von dem für die Prüfung verantwortlichen Manager über den „Prozessanalyser“ überwacht werden kann. „Die Möglichkeit, Prüfdaten von Hunderten von Werkstücken und Tausenden von Messparametern live anzuzeigen, ermöglicht es uns, unsere SPC-Werte gegenüber der Produktion zu überwachen und Abweichungen in den Produktionsdaten festzustellen“, bestätigt Darren. „Wir können diese Messdaten an den Produktionsbereich weiterleiten und so Probleme mit bestimmten Maschinen, Komponenten oder Prozessen in einer Zelle identifizieren.“

Kalibierservice von Mitutoyo

Darüber hinaus nutzt Martin Baker Mitutoyos Kalibrierlabor, das vom britischen Metrologie-Institut UKAS zertifiziert ist. Alle an Martin Baker gelieferten Messgeräte durchlaufen das Labor in Coventry, um sicherzustellen, dass die Messgeräte den international anerkannten Standards entsprechen.

„Wir sind einer der wenigen OEMs, die diesen Service in Großbritannien anbieten können“, erklärt Pullen. „Unsere umfassenden Trainingspakete unterstützen dies.“ Mitutoyo verfügt über ein Team von Trainern, die im Rahmen von maßgeschneiderten Programmen von City & Guilds (weltweit führendes Unternehmen in der Kompetenzentwicklung) akkreditierte Schulungen durchführen können. Diese Schulungen sind für Kunden vor Ort oder bei Mitutoyo verfügbar. So hat Mitutoyo wir vor Kurzem mehr als 40 Mitarbeiter von Martin Baker vor Ort geschult. Diese Mitarbeiter haben damit die Qualifikationen von City & Guilds im Bereich Form- und Lagetoleranz (GD&T) sowie in den Grundlagen der Messtechnik erlangt. Im Anschluss daran hat das Unternehmen zwei Trainingskits erworben, mit denen es seine Mitarbeiter und Auszubildenden intern auf ein hohes Maß an Kompetenz in der Messtechnik hin schulen wird.

„Im Laufe der Zeit haben sich die Produktionsverfahren, die Materialtechnologie, die Bearbeitungsmöglichkeiten, die Konstruktion, die Fertigungsmethoden und vieles mehr weiter entwickelt. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen wir uns nicht nur überlegen, was wir heute tun, sondern auch Methoden der nächsten Generation antizipieren und planen“, so Darren. „Der Mitutoyo Service und Support umfasst das gesamte Spektrum von Handmessgeräten und Messuhren bis hin zu CNC-Messgeräten, unterstützender Software und Technologie für die Berichterstellung, Analysezwecke, Kalibrierung, Mitarbeiterschulung und mehr. Es ist der Glaube an diesen umfassenden Service, der uns die Gewissheit gibt, dass Mitutoyo nicht nur unseren heutigen Kriterien, sondern auch den Anforderungen in der Zukunft gerecht wird.“ ■


Der Autor

Thomas Mendle

Media Relations

Mitutoyo Europe

www.mitutoyo.eu


Webhinweis

Mehr über die Zusammenarbeit von Mitutoyo und Martin Baker erfahren Sie in diesem Video des britischen Online-Marktplatzes MTD CNC:
http://hier.pro/ROlnb



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