Social Software vernetzt Mitarbeiter in Qualitätsmanagement und -sicherung

Das Business-Facebook

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Was im Privatleben funktioniert, kann auch im Unternehmen nützlich sein. Firmen bauen zunehmend eigene soziale Netzwerke auf, um die interne Kommunikation zu verbessern. Davon profitieren auch Mitarbeiter im Qualitätswesen. Wertvolle Fachinformationen und die passenden Experten dazu lassen sich schneller finden – über alle Standorte hinweg.

10 Jahre gibt es Facebook nun schon. Mehr als eine Milliarde Menschen treffen sich auf der Online-Plattform. Rund 500 Millionen Nutzer hat das Konkurrenzangebot Google+. Soziale Netze sind eine Erfolgsgeschichte. Auch andere Social-Media-Anwendungen wie Blogs oder Wikis erfreuen sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit.

Was im Privatleben funktioniert, kann auch die Geschäftswelt voranbringen. Zunehmend mehr Unternehmen wollen Online-Communities in ihrer eigenen Belegschaft aufbauen. Plattformen für soziale Netze, Blogs und Wikis sollen die interne Kommunikation auf ein neues Level bringen. Automobilzulieferer Continental spricht vom eigenen Business-Facebook. IT-Anbieter IBM hat dafür den Begriff Social Business geprägt.
„Überall, wo kommuniziert wird, kann Social Software Nutzen bringen“, glaubt Markus Bentele, Coporate Chief Information Officer bei Rheinmetall. Das gelte über alle Fachbereiche und Branchen hinweg – und somit auch für Mitarbeiter aus dem Qualitätsmanagement und der Qualitätssicherung. Rheinmetall hat schon vor sechs Jahren damit begonnen, ein soziales Netzwerk für die eigenen Mitarbeiter aufzubauen.
Wenn Anwender wie zum Beispiel Bentele von ihren Erfahrungen mit dem Social Business berichten, zeigt sich, dass es dabei vor allem um zwei Dinge geht: Informationen finden und Menschen finden, die über wertvolles Wissen verfügen.
Mit den Kollegen innerhalb seiner Abteilung oder seines Teams spricht ein Mitarbeiter ohnehin. Über Social Software erreicht er aber auch Kollegen aus anderen Fachbereichen oder von anderen Standorten. Hat er ein spezielles Problem kann er dazu im sozialen Netzwerk den passenden Experten finden – und das kann durchaus ein Mitarbeiter sein, den er vorher noch gar nicht kannte. Bentele erzählt, dass sich bei Rheinmetall mittlerweile über den gesamten Konzern hinweg viele Online-Communities um verschiedene Fachthemen herum gebildet habe.
Wie die Expertenfindung konkret aussehen kann, erzählt Edwin Meier, Head of Application Services bei Sika Informationssysteme, dem firmeneigenen IT-Dienstleister des Chemiunternehmens Sika. Auch die Schweizer Firma baut sich gerade zum Social Business aus. Meier berichtet von einem Mitarbeiter, der sich mit einem Problem in einem Prozess beschäftigte, bei dem es um das Abfüllen von Kartuschen ging. Der Mitarbeiter schrieb darüber in einem Blog. Ein Kollege in Argentinien sah den Eintrag und konnte die passende Lösung liefern, da er zwei Jahre zuvor das gleiche Problem gehabt hatte.
Wiki hält Wissen fest
Diese Lösung hätte theoretisch auch in einem Wiki stehen können. Solche Anwendungen geben Mitarbeitern die Möglichkeit, ihr Expertenwissen zu teilen. Wichtige Informationen können so unternehmensweit verfügbar gemacht werden. Im Qualitätswesen bietet es sich an, zum Beispiel Dokumentationen auf diese Weise zu veröffentlichen.
So bleiben dem Unternehmen auch Informationen erhalten, die sonst verloren gingen, weil der entsprechende Mitarbeiter die Firma verlässt. „Wir hatten einen Kollegen, der in Rente gegangen ist und vorher sein gesamtes Wissen in Wikis abgelegt hat“, erzählt Meier. „Er hat dafür seine Zeit bei Sika sogar noch um ein halbes Jahr verlängert.“
In das soziale Netzwerk können auch die Mitarbeiter in der Fabrikhalle eingebunden werden. Diese verfügen zwar über keinen Arbeitsplatz-PC. Unternehmen wie Sika oder Bosch planen aber, die Kollegen an der Fertigungslinie über Tablets – also mithilfe von mobilen Geräten – in das Social Business zu integrieren.
Firmen, die ihre interne Kommunikation mithilfe von Communities, Blogs oder Wikis verbessern möchten, müssen dafür nicht auf die Software für Privatnutzer zurückgreifen. Namhafte Anbieter wie IBM oder Microsoft haben spezielle Systeme entwickelt, die an die Bedürfnisse der Geschäftswelt angepasst sind. Die speziell für Unternehmen gestrickte Social Software lässt sich mit Geschäftsanwendungen verknüpfen und die veröffentlichen Inhalte können im elektronischen Firmenarchiv abgelegt werden.
Mit solchen Funktionen ist Social Business kein Hype-Thema, sondern ein ernst zu nehmender Trend. Die sozialen Netzwerke in den Firmen etablieren sich – so wie das Facebook und Google+ bereits im Internet getan haben. ■
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