Qualitätsmanagement-Software für das ganze Unternehmen

Für die Mitarbeiter A bis Z

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Der Anwenderkreis von Qualitätsmanagement-Systemen vergrößert sich. Das hat auch Auswirkungen auf die Software. Diese muss nun auf Mitarbeiter ausgelegt sein, die aus unterschiedlichen Fachabteilungen kommen. Daneben arbeiten die Anbieter daran, ihre Produkte für die Folgen der Digitalisierung fit zu machen– wie etwa die wachsenden Datenmengen.

Die Rolle des Qualitätsmanagements hat sich gewandelt. Es stellt keine Einzeldisziplin dar, sondern zieht sich durch eine Vielzahl von Fachbereichen im Unternehmen. Auch für Mitarbeiter aus der Entwicklung, der Planung und Produktion, der Instandhaltung und dem Service ist Qualitätsmanagement ein Thema.

Das hat auch Auswirkungen auf die entsprechenden Systeme. Die Anbieter der Software-Lösungen richten ihre Produkte nun zunehmend auf einen größeren Anwenderkreis aus.

„Für uns ist es sehr wichtig, alle Mitarbeitergruppen in einem Unternehmen zu erreichen. Das heißt: Qualitätsmanagement nicht nur für die Qualitätsmanager oder die Führungskräfte und Abteilungsleiter, sondern für alle Mitarbeiter von A bis Z“, sagt zum Beispiel Iris Bruns aus der Geschäftsführung des Software-Herstellers Consense.

„Alle Prozesse sollen so abgebildet werden, wie sie tatsächlich ablaufen“, so Bruns weiter. „Und jeder Mitarbeiter – egal, ob er irgendwo in der Produktion arbeitet oder im Büro – soll die Möglichkeit haben, sich aktiv daran zu beteiligen und sein Feedback zu geben.“ Das erhöht ihrer Meinung nach auch die Akzeptanz des Managementsystems. Denn jeder Mitarbeiter könne sich so wiederfinden.

CAQ-Spezialist Babtec zieht den Anwenderkreis ebenfalls größer und denkt dabei auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Mit der Digitalisierung der Lieferkette hätten sich die Anforderungen an das Qualitätsmanagement verändert, heißt es bei Babtec. Mit seiner Software unterstützt der Hersteller die Unternehmen etwa dabei, Warenprüfungen an die Lieferanten zu delegieren.

Die Anwender des Systems können Prüfaufträge generieren und diese dem Lieferanten dann direkt über die Cloud zu Verfügung stellen. Der Lieferant arbeitet mit einer browserbasierten Software, mit der er die vom Kunden gesteuerte Prüfung seiner Ware durchführen kann – und zwar direkt in seinem Warenausgang.

Lieferant übernimmt Wareneingangsprüfung

„Das System führt dabei Schritt für Schritt durch die Prüfung, sodass eine genaue und detaillierte Erfassung möglich ist“, erklärt Lutz Krämer, Bereichsleiter Produkte bei Babtec. Das Ergebnis der Prüfung wird digital an den Kunden übermittelt und steht beiden Parteien langfristig in der Cloud zur Verfügung. Auf Grundlage der empfangenen Daten entscheidet der Kunde, wie mit der Bestellung weiter verfahren werden soll.

„Die aufwändige Wareneingangsprüfung verschiebt sich so vom Wareneingang des Kunden in den Warenausgang des Lieferanten“, so Krämer. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Mängel werden bereits entdeckt, bevor die Ware das Haus des Lieferanten verlässt. So können unnötige Logistikkosten für den Versand fehlerhafter Ware und Zeitverlust für Ersatzlieferungen vermieden werden.“

Voraussetzung für die Nutzung der Software durch einen erweiterten Anwenderkreis ist, dass diese nicht nur auf Qualitätsexperten zugeschnitten ist. Will heißen: Die einfache Bedienbarkeit ist elementar für ein System, mit dem viele verschiedene Fachbereiche arbeiten sollen.

Auch diese Anforderung steht derzeit bei den Software-Herstellern ganz oben auf der Agenda. CAQ-Anbieter iqs zum Beispiel hat es sich zum Ziel gesetzt, seine Module so transparent, schlank und effektiv wie möglich zu gestalten.

Auch für Böhme & Weihs ist die Usability ein wichtiges Thema. Die Mitarbeiter in den verschiedenen Fachabteilungen würden gezielt nur auf die für sie relevanten Informationen zugreifen, so Geschäftsführer Professor Norbert Böhme. „Teils sogar als eine Art App auf dem Tablet. Der Informationsgewinn erfolgt so einfach und intuitiv, dass der Mitarbeiter gar nicht merkt, dass er Mitglied in einem großen CAQ-Netzwerk ist.“

Grundsätzlich gilt: Der Anwender soll das System einfach bedienen können. Die komplexen Prozesse, die eventuell im Hintergrund laufen, sollen verborgen bleiben.

Daten aus noch mehr unterschiedlichen Quellen

Die Digitalisierung verändert die Anforderungen an das Qualitätsmanagement aber noch auf eine andere Weise. Sie sorgt auch dafür, dass die Datenmengen extrem wachsen. Darauf müssen die Systeme ebenfalls ausgelegt werden.

Consense etwa hat aus diesem Grund sein Kennzahlenmanagement umgestellt. Damit sei man in Zukunft noch flexibler und könne sich die Daten aus noch mehr unterschiedlichen Quellen holen, erklärt Stephan Killich, der neben Iris Bruns in der Geschäftsführung von Consense sitzt.

„Das betrifft sogar die Informationen, die noch gar nicht in elektronischer Form vorliegen“, ergänzt Killich. „Unsere Software fragt dann nach einem definierten Zeitplan bei der jeweiligen Person nach den entsprechenden Daten.“

Big-Data-Analysen, die unabhängig von einem CAQ-System erfolgen können, bieten vor dem Hintergrund der zunehmenden Datenmengen laut Böhme zwar enormes Informationspotenzial. Das Unberechenbare sei aber, dass man nicht wisse, ob man Erkenntnisse gewinnen wird und welcher Art diese sein sollen. „Das ist der Unterschied zu uns als CAQ- und MES-Anbieter“, meint Böhme. „Wir arbeiten zielgerichtet: Die Software benötigt ganz konkrete Daten und setzt jetzt ein bestimmtes Verfahren ein, um aus diesen Daten die Informationen und Kennzahlen zu gewinnen.“

Vorteile für die Spezialisten

Auch im Vergleich zu großen ERP-Plattformen, die ein eigenes Qualitätsmanagement-Modul bieten, sieht er spezialisierte Software im Vorteil. „Gerade der CAQ-Bereich ist ja ein Spezialgebiet, in dem sich Lösungspartner vor allem durch ein tiefes Fach-, Prozess- und Normwissen abgrenzen“, so Böhme. „Da kommt ein Qualitätsmanagement-Modul als kleiner Bestandteil einer ERP-Lösung fachlich und inhaltlich womöglich schnell an seine Grenzen.“

In Verhandlungen mit Kunden aus Branchen wie der Medizintechnik, der Automobilindustrie oder der Luft- und Raumfahrttechnik, spreche man sofort die gleiche Sprache. „Wir kennen die Anforderungen im Detail und werfen uns Fachausdrücke an den Kopf, ohne zu merken, dass das ganz spezielle Fachausdrücke sind.“

Auch Iris Bruns von Consense betont die eigenen Stärken. „Wir bieten unglaublich viele Unterstützungsmechanismen, Berichte, Abläufe, die das Qualitätsmanagement optimal unterstützen. Und dies hat mittlerweile einen Umfang im Kontext des Qualitätsmanagements erreicht, der sehr schwer in anderen Tools abzubilden ist. ■


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