EFQM-Forum und European Quality Award 1999

„Man spricht nicht deutsch“

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….unter den Siegern des Europäischen Qualitätspreises (EQA) sondern englisch, belgisch, dänisch und französisch. Dennoch erhielten drei deutsche Unternehmen lobende Erwähnungen in der Final-Short-List. Die Verleihung des European Quality Award erfolgte unter anderem auf dem diesjährigen sich zum zehnten Mal wiederholenden EFQM-Forum in Brüssel. Dieses stand unter dem Motto „Innovative Wettbewerbsstrategien“ und war ziemlich „millenniumlastig“.

Beim diesjährigen EFQM-Forum vom 6. bis 8. Oktober in Brüssel versammelten sich wieder die führenden Persönlichkeiten für Umfassendes Qualitätsmanagement, -Ausbildung, -Schulung und -Forschung aus Wirtschaft und Wissenschaft. Während des Forums hat die EFQM die Europäischen Qualitätspreise und die Europäischen Qualitätsauszeichnungen verliehen. Diese gibt es in Anerkennung von Unternehmen und Organisationen, die sich in hohem Maße und kontinuierlicher Weise zur Business Excellence verpflichtet haben.

Die Sieger
Yello Pages ist ein Teil der Britischen Telekommunikation, die über 3 000 Mitarbeiter beschäftigt. Die 76 Yello Pages Telefonbücher sind die umfassendsten geheimen Geschäftsinformationsquellen Großbritanniens. Das Unternehmen wurde bereits 1998 mit dem Europäischen Qualitätspreis ausgezeichnet.
Volvo Cars Gent ist die größte Automobilmontagefabrik in der Volvo Car Corporation außerhalb Schwedens. Der Umsatz betrug 1998 110,5 Billionen Belgische Franken, erwirtschaftet von 3 900 Beschäftigten. Teamwork bildet den Grundstein der Arbeitsorganisation. Die Mitarbeiter arbeiten in Teams von 12 Beschäftigten. Das Team ist weitgehend für Produktion, Qualität und Instandhaltung selbst verantwortlich.
DIEU ist einer der größten Anbieter von mehr als 600 Kursen im Jahr für Führung, Managemententwicklung, Personalentwicklung, Projektmanagement und Qualitätsmanagement. Die Kurse werden von mehr als 10 000 Teilnehmern besucht. DIEU ist eine total unabhängig, voll zu versteuernde, markttreibende Stiftung und erhält keine staatliche Subvention. Auch DIEU erhielt 1998 den Europäischen Qualitätspreis.
Servitique Network Services wurde 1989 gegründet und ist ein Informationssystem und Software Unternehmen, welches sich im Feld des Networking spezialisiert hat. Es ist ein Tochterunternehmen von Xerox Frankreich, das außerhalb der Geschäfte der Gruppe Service anbieten möchte.
Die deutschen Finalisten
Die Joh. Vaillant GmbH führte bereits 1995 das „Vaillant Excellence Modell“ ein, welches sich am EFQM-Modell für Business Excellence ausgerichtet hat. Großen Wert legt man hier auf Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit. Es werden Befragungen durchgeführt, der Weiterbildungsbedarf ermittelt und entsprechend gefördert. Außerdem ist man bei Vaillant darauf bedacht, Geschäfts- und Organisationsprozesse kontinuierlich zu verbessern. 1998 bewarb sich das Unternehmen erstmals um den Europäischen Qualitätspreis und schaffte es nun ein Jahr später ins Finale.
Siemens KWU gelang bereits im letzten Jahr der Sprung ins Finale. Das Engagement bei der Siemens AG im Bereich Total Quality Management wird als kontinuierliche Prozess angesehen, der ständig überprüft und angepasst werden muss. Durch konsequente Kundenorientierung, offenen und vertrauensvollen Umgang miteinander sowie unternehmerisch denkende Mitarbeiter hat die KWU die Voraussetzung für ein „lernendes Unternehmen“ geschaffen. Im nächsten Jahr wollen die Erlanger pausieren, um sich mehr auf die inneren Angelegenheiten konzentrieren zu können. Für das Jahr 2001 ist aber eine erneute Bewerbung um den Preis geplant.
Infineon Technologies wurde am 1. April 1999 als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Siemens gegründet. Ihr gelang auf Anhieb der Sprung ins Finale. Das Tätigkeitsfeld umfasst das gesamte Halbleitergeschäft des Siemens-Konzerns. Neben technologischer Excellence wird bei Infineon in Anlehnung an das EFQM-Business Excellence Modell großer Wert auf vollständige Kundenzufriedenheit sowie motivierte Mitarbeiter gelegt.
Die Wettbewerbsfähigkeit Europas im nächsten Jahrhundert
Professor Manfred Perlitz zeigte in seinem Vortrag zum Thema „Die Wettbewerbsfähigkeit Europas im nächsten Jahrhundert“ anhand konkreter Beispiele, dass Europa für den globalen Wettbewerb gut vorbereitet ist. Im ersten Teil erläuterte er die Stärken und Schwächen Europas im Globalisierungsprozess: Als ersten Effekt wird sich eine völlig neue ökonomische Weltordnung ergeben, insbesondere durch das Entstehen von Wirtschaftsblöcken und der Beseitigung des früheren Ost-West-Konfliktes. Dies fordert eine sehr viel komplexere Strategie der Unternehmen. In einem Wirtschaftsblock könne man nur durch Engagement erfolgreich sein. Es kommt eine Machtverschiebung von der Politik zur Ökonomie zustande. Denn heute entscheiden Unternehmen über Standortfragen und somit praktisch über das Schicksal von Volkswirtschaften. Durch die Alternativen, die Unternehmen heute gerade bei der Wahl des Standortes haben, kommt der Politik praktisch nur noch die Aufgabe zu, ein lukratives Umfeld durch Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Unternehmen veranlassen, sich in dem jeweiligen Land niederzulassen.
Der zweite Vortragsteil befasste sich mit Märkten und Technologien, der dritte widmete sich den Arbeitskräften. Als zweiten Effekt des Globalisierungsprozesses werden wir eine wahnsinnige Beschleunigungsstrategie bekommen. Zum Beispiel sprach vor drei Jahren jeder über Asien. Asien wurde praktisch hochgejubelt. Heute sieht das völlig anders aus. Das heißt, die Strategien müssen immer flexibler, schneller und anpassungsfähiger werden. Wie vorbereitet sind nun die europäischen Unternehmen auf diese neue Welt? Bezüglich der Kapitalausstattung sind die westeuropäischen Volkswirtschaften die Geldgeber der Welt. Hinsichtlich der Arbeitskräfte haben durch den Zusammenbruch der Sowjetunion die Asiaten mit Südostasien eine Billigwerkbank bekommen, die Westeuropäer mit Osteuropa und die Amerikaner mit Mexiko sowie Lateinamerika. Betrachtet man die Qualität haben wir mit Abstand die beste Werkbank von allen drei Regionen. Die Europäer sind weltweit Spitze bezüglich der Anzahl der Erfindungen und Patente. Doch sie machen viel zu wenig daraus. Das ist ein zentrales Problem, was größtenteils an ihrem zwar hohem Wissenschaftsverständnis, aber wiederum zu geringen Risikobereitschaft liegt. Bei uns liegt sicher das Innovationsmanagement im Argen.
Die Politik hat die die neue ökonomische Weltordnung noch zu wenig verstanden. Sie behindert die Flexibilität der Unternehmen mehr, als das sie das fördert. Summa summarum hat Europa alle Inkretenzien, erfolgreich zu sein: Kapital, gut ausgebildete Menschen, Technologie. Aber Innovationsmanagement und politisches Verständnis über diese Entwicklung fehlen.
Der European Quality Award
Um den Preis zu gewinnen, muss die Organisation aufzeigen, dass ihr Vorgehen für Umfassendes Qualitätsmanagement deutlich dazu beigetragen hat, die im EFQM-Modell enthaltenen Qualitätskriterien zu erfüllen. Insbesondere muss die den Erwartungen ihrer Kunden und Mitarbeiter entsprochen oder diese Erwartungen übertroffen haben, wie auch jene einer größeren Allgemeinheit, in der sie agiert. Den europäischen Qualitätspreis bekommt die Organisation verliehen, die als erfolgreichster Vertreter des Umfassenden Qualitätsmanagements ihrer Kategorie in Europa angesehen wird. [AS]
Finalisten des EQA 1999
Kategorie Großfirmen und Geschäftsbereiche:
Alstom Transporte SA Spanien
IRÍZAR Spanien
BT Northern Ireland Großbritannien
BT Payphones Großbritannien
Yellow Pages Großbritannien
Eczacibasi Vitra Türkei
TEE-Türk Elektrik Endüstrisi A.S. Türkei
ELAIS SA Griechenland
Honeywell Europe SA Belgien
Joh. Vaillant GmbH Co Deutschland
Siemens Power Gen. Group (KWU) Deutschland
Infineon Technologies Deutschland
Sollac Frankreich
Kategorie Operationelle Einheiten:
Renault Motorenfabrik Spanien
Volvo Personenwagen Gent Belgien
Kategorie Öffentlicher Dienst:
Keine Finalisten
Kategorie Unabhängige Kleine und Mittelständische Unternehmen:
Danish International Continuing Education Dänemark
Govan Initiative Ltd. Großbritannien
Meierhofer AG Schweiz
Mod-Lang Spanien
Brovary RCD-So Ukraine
Walter Team SRL Italien
Kategorie Tochterunternehmen Kleine und Mittelständische Unternehmen:
Banc International d’Andorra i Banca Mora Andorra
Bekaert Stanwick Consultants Belgien
Burton-Apta Refractory Manufacturing Ltd. Ungarn
Ganz-David Brown Transm. Ltd. Ungarn
Edingburgh Intern. Conf. centre Großbritannien
Servitique Network Services Frankreich
Weitere Informationen A QE 301
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