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„Wir werden auch neue Player sehen“

Florian Niethammer, Projektleiter der Messe Vision, im Interview
„Wir werden auch neue Player sehen“

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Florian Niethammer freut sich darauf, viele bekannte Gesichter zu sehen – und auch viele neue. Bild: Messe Stuttgart
Als eine der ersten Messen findet die Vision wieder als Präsenzveranstaltung statt. Florian Niethammer, Projektleiter Vision bei der Messe Stuttgart, erklärt, warum dies ein wichtiges Signal für die Bildverarbeitungsbranche ist. Zudem berichtet er, wie sich das Aussteller-Spektrum erweitert hat und welche Trends dieses Jahr im Mittelpunkt stehen.

Markus Strehlitz

Die Vision dieses Jahr ist eine ganz besondere, weil sie eine der ersten Messen ist, die wieder stattfinden. Was sind Ihre Erwartungen?

Wir sind voller Vorfreude. Wir alle haben jetzt Erfahrungen mit digitalen Formaten gemacht, die sehr spannend waren, aber die uns auch gezeigt haben, was digital eben doch nicht abbildbar ist. Uns allen haben die persönlichen Begegnungen gefehlt. Daher freue ich mich darauf, viele bekannte Gesichter zu sehen. Und hoffentlich auch viele neue.

Wie wichtig ist es für die Branche, dass die Vision wieder stattfindet?

Ich glaube, dass von der Vision ein Impuls für die Bildverarbeitungsbranche ausgehen wird. Es ist ein Schritt in Richtung Normalität. Wir hätten die Vision nicht machen können, wenn nicht ein Großteil der Branche gesagt hätte: „Wir wollen uns wieder präsentieren und wir wollen den europäischen Marktplatz für die Bildverarbeitung 2021 gestalten.“ Dieses Commitment ist sehr wichtig. Damit verbunden war auch ein sehr transparenter und fairer Entscheidungsprozess, den wir gemeinsam mit den Ausstellern durchlaufen haben. Das ist die beste Voraussetzung für ein gutes Event – auch unter Pandemie-Bedingungen, die ja noch herrschen.

Die Firmen wollen zeigen, was sie entwickelt haben.

Es gibt also auch in der Branche eine große Vorfreude?

Ja, die Firmen wollen zeigen, was sie entwickelt haben. Und sie sind froh, dass es wieder eine Plattform gibt, auf der sie ihre Neuheiten präsentieren können.

Wird die besondere Situation Auswirkungen auf die Besucherstruktur haben?

Wir gehen davon aus, dass dieses Jahr die Besucher vor allem aus der deutschsprachigen Region und dem europäischen Ausland kommen werden – und weniger aus Asien oder den USA. Da das Messewesen aktuell erst wieder hochfährt, gibt es noch so gut wie keine Vergleichswerte von anderen Fachveranstaltungen. Vielleicht birgt dies aber auch die Chance, dass der Fokus stärker auf die Inhalte und die Qualität der Veranstaltung rückt. Unabhängig davon versprechen auch die beiden Gastveranstaltungen Motek und parts2clean, die erstmals parallel zur Vision auf dem Gelände stattfinden werden, spannende Synergien.

Gibt es denn zusätzlich zur Präsenzmesse auch ein elektronisches Angebot?

Wir bieten auf der Vision mit den Industrial Vision Days das weltweit größte Vortragsforum zum Thema Bildverarbeitung. Diese Vorträge werden wir per Livestream in die ganze Welt senden. So können auch Interessierte, die leider nicht anreisen können, sich über die Bildverarbeitungstrends informieren. Da das Programm gestreamt wird, haben wir das Format etwas geändert, damit es auch online funktioniert. Das heißt: Die Sessions und die Themenblöcke werden kürzer sein.

Hyperspektral-Imaging wird preislich immer attraktiver

Welche Trends sehen Sie denn aktuell in der Bildverarbeitung?

Die Bildverarbeitung wird schneller, kleiner und kostengünstiger. Daraus resultiert auch, dass neue Anwendungsfelder erschlossen werden können, die nicht mehr nur im traditionellen industriellen Kontext liegen. Da gibt es die unterschiedlichsten Applikationen – zum Beispiel im Retail. Ein weiterer Trend ist natürlich die gesamte Weiterentwicklung in der Künstlichen Intelligenz – unter anderem im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge und der Fabrik der Zukunft. Auch das Thema Robot Vision oder der Griff in die Kiste ist wichtig. Und dank Embedded Vision kann die Bild-Auswertung direkt an der Kamera erfolgen. Mit steigender Rechenkapazität tut sich auch hier einiges. Ein weiteres Trendthema ist Hyperspektral-Imaging. Diese Technologie geht über den sichtbaren Bereich hinaus und wird schon sehr stark in der Lebensmittelbranche eingesetzt. Sie wird preislich immer attraktiver und damit auch für andere Branchen spannend.

Sie haben neue Applikationen angesprochen. Aber welche Bedeutung hat denn die Qualitätssicherung als klassisches Anwendungsfeld noch für die Vision?

Sie ist weiterhin ein enorm wichtiges Einsatzgebiet von industrieller Bildverarbeitung. Das wird sich auch nicht ändern. Der Bedarf nach qualitativ hochwertiger Fertigung nimmt ja nicht ab, sondern überall auf der Welt zu. Auch in Märkten, die sich gerade noch entwickeln. Daher glaube ich, dass die Qualitätssicherung weiterhin ein Treiber für die Bildverarbeitung sein wird.

Sind dies auch die Trends, die auf der Vision im Mittelpunkt stehen?

Sicherlich. Schließlich sind fast alle Key-Player der Branche auf der Vision vertreten. Und die haben Neuheiten in Form von Produkten und Technologieentwicklungen im Gepäck. Daneben bietet die Vision aber auch die traditionellen Highlights wie eben das Forum Industrial Vision Days. Dort wird im Rahmen einer Session in diesem Jahr auch der Vision Award verliehen. Außerdem gibt es zum ersten Mal die Startup World, wo sich Startups aus der Bildverarbeitungsbranche dem Publikum präsentieren.

Viele Startups kommen auf den Markt

Gibt es denn in diesem Bereich so viele Neugründungen?

Wir beobachten schon seit einigen Jahren, dass viele neue Firmen auf den Markt kommen. Das sind Unternehmen, die Kameras herstellen, Software anbieten oder sich mit Deep-Learning-Algorithmen beschäftigen. Die Bildverarbeitung ist eine extrem innovative Branche – unter anderem auch mit vielen Spin-offs von Universitäten. In den vergangenen Jahren gab es auf der Vision einen vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Gemeinschaftsstand für junge deutsche Unternehmen, die sich dort präsentieren konnten. Das war schon so eine Art Startup-Format. Mit der Startup World haben wir dies ein bisschen geschärft und auch für internationale Firmen eine neue Plattform geschaffen. Darüber hinaus wird die Vision aber zeigen, dass der Bildverarbeitungsmarkt generell sehr dynamisch ist.

Was meinen Sie damit?

Es gibt Markteintritte bestehender Unternehmen und Konsolidierungen. Auf der Messe werden wir daher auch neue Player sehen, die zum Beispiel durch M&A-Aktivitäten entstanden sind. Hinzukommen Aussteller, die keine originären Bildverarbeitungsanbieter sind, sondern aus der Automatisierung kommen. Dazu zählen etwa B&R oder Beckhoff, die sich mit ihrem Bildverarbeitungsportfolio erstmals auf der Vision präsentieren. Ich denke, das wird sehr spannend.


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