Rückblick auf die Highlights auf der Control 2018 Die Produktivitäts-Pusher - Quality Engineering

Rückblick auf die Highlights auf der Control 2018

Die Produktivitäts-Pusher

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Multisensorik war wie zu erwarten ein großes Thema auf der Control in diesem Jahr. Etablierte Hersteller von Koordinatenmesstechnik spielten das Thema – und mit Alicona gibt es einen neuen Player in diesem Bereich. Überraschend war auch der Einstieg von GOM in den CT-Markt. Wir geben einen Überblick über die Neuerungen von der Messe.

Für den ersten Paukenschlag auf der Control sorgte Zeiss mit der Übernahme des Ulmer MES-und CAQ-Anbieters Guardus. Die Tinte der Vertragsunterschriften war noch nicht ganz getrocknet, so war zu erfahren. „Wir wollen die digitale Transformation in den Fabriken unserer Kunden vorantreiben – und dabei gewinnt Software zunehmend an Bedeutung“, sagte Dr. Jochen Peter, Geschäftsführer von Zeiss IMT. Er sieht nun die Chance, Software-Lösungen von Zeiss um eine umfassende Datenbasis zu ergänzen: „Uns geht es um das Fundament für automatisierte Steuerungsverfahren, lernende Systeme und Simulationsmethoden für vernetzte und intelligente Qualitätssicherung in der Smart Factory.“ Simone Cronjäger, Guardus-Gründerin und -Vorstand, betrachtet Zeiss als Partner, der das Unternehmenswachstum nach vorne treiben wird.

Daneben adressiert der Messtechnik-Riese aus Oberkochen nun verstärkt das Thema Multisensorik. So wurde der Rauheitssensor Rotos weiterentwickelt. Mit ihm lassen sich Welligkeit und Rauheit von Oberflächen in einem Messdurchlauf und damit ohne das Umspannen des Werkstücks vollständig auf Koordinatenmessgeräten normgerecht prüfen. Kombinieren lässt sich dies mit Sensoren, die Maß-, Form- und Lagetoleranzen überwachen. Rotos ist laut Andrzej Grzesiak, Leiter Metrology Systems, nun auch in die Messsoftware Calypso integriert. Das heißt, er ist wie andere Sensoren von Zeiss unter einer Oberfläche programmierbar; und auch alle Daten landen in einem Protokoll, das sich mit Calypso erstellen lässt.

Mit einer Überraschung wartete auch Wenzel auf: Zu sehen war auf der Control das erste Koordinatenmessgerät des Herstellers für die Fertigung. Das multisensorfähige SF 87 Shopfloor verfügt über ein in Relation zur Stellfläche optimiertes Messvolumen für seine Bauart. Dieses beträgt 800 x 700 x 700 mm, wodurch die in Auslegerbauweise konzipierte Messmaschine nur einen geringen Platzbedarf aufweist. Das Gerät ist auch wegen hoher Verfahrgeschwindigkeiten und Beschleunigungen flexibel einsetzbar und kann per Hubwagen neu positioniert werden. Der Aufbau ist temperaturstabil und schmutzresistent, was einem Einsatz in der Produktionsumgebung zugute kommt. Es verfügt über eine aktive Temperaturkompensation und eine optionale aktive Dämpfung für mehr Stabilität.

Alicona steigt in den Markt
für Koordinatenmesstechnik ein

Premiere auch bei Alicona: Das Unternehmen aus Österreich steigt in den Markt für Multisensor-Koordinatenmesstechnik ein. Das 3D-Fokus-Variationsmessgerät µCMM misst mit einem Sensor Maß, Lage, Form und Rauheit von Bauteilen. „Es ist das erste echte Mikro-Koordinatenmessgerät in seiner Klasse“, sagte Alicona-Geschäftsführer Stefan Scherer. Durch mehrere optische 3D-Messungen zueinander bietet µCMM die Messung von kleinen Oberflächendetails inklusive präziser Lagebestimmung. Die 3D-Messung erfolgt nur an relevanten Messstellen und damit in kurzer Zeit. Es ist möglich, mit einem Sensor Oberflächenrauheit sowie Merkmale zu Form und Lage mit Toleranzen im einstelligen µm-Bereich zu bestimmen. Mit dem Stanzwerkzeugbauer Stepper wurde bereits der erste Kunde auf der Control präsentiert.

Und auch Mitutoyo hatte ein neues Multisensorgerät im Gepäck: Das Miscan Vision System kombiniert die präzise non-taktile Messung bei hohem Messdurchsatz mit hochgenauem taktilen Messen. Das Modell Hyper punktet mit einer Antastabweichung von nur 0,6 μm sowie einer Scanning-An-
tastabweichung von 0,6 μm, gepaart mit einer Auflösung von 0,02 μm. Damit ist das Vision System in der Lage, alle Messaufgaben an kleinen bis mittleren Werkstücken mit mittlerer Genauigkeit (Apex) bis hin zu hoher Präzision (Hyper). Der MPP-Nano kann mit Tastern von 2 bis 9 mm Länge und mit 125 bis 500 μm Tastspitzendurchmesser bestückt werden. Das Vision System ist mit einer CCD-Kamera und verschiedenen Beleuchtungsmöglichkeiten ausgestattet.

Bei Werth war zu sehen, dass Multisensor-Koordinatenmessgeräte mit zwei unabhängigen Sensorachsen die Nutzung des kompletten Messbereichs und Funktionsumfangs der einzelnen Sensoren ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist die neue Geräteserie Scopecheck FB DZ, die für die Anforderungen in der Fertigungsumgebung optimiert wurde: Das Gerät ist bei gleichem Messbereich 130 mm niedriger und 250 mm kürzer als der Vorgänger. Gleichzeitig ist es stabiler und verfügt über ein besseres Verhalten bei Umgebungsschwingungen – und dies obwohl die Gerätemasse um rund 400 kg reduziert wurde.

GOM überrascht mit eigenentwickeltem CT

Konkurrenz bekommen Werth und Zeiss in einem anderem Bereich: GOM überraschte mit seinem ersten Messtechnik-CT für den industriellen Einsatz. Das Gerät verfügt über eine 225-kV-Röntgenquelle und deckt ein Messfeld von 240 mm x 400 mm ab. Der Hersteller aus Braunschweig hat vor allem Wert auf eine einfache Bedienung gelegt: Bauteile können leicht positioniert werden. Der Scan selbst geschieht dann vollautomatisch. Die gewonnen Daten werden im Anschluss direkt in ein Oberflächennetz gewandelt, sodass die Auswertung im Softwarepaket GOM Inspect erfolgt. „Unser System erreicht bei sehr kleinen Messvolumen vollständige Oberflächennetze in maximaler Auflösung“, so Dr. Dominik Stahl, Projektleiter des CT-Entwicklungsteams.

In Sachen 3D-Messtechnik muss sich GOM allerdings gegen zunehmende Konkurrenz wappnen. Nachdem man das Koordinatenmesstechnik-Geschäft an ASF verkauft hat, zeigte Nikon auf der Control, wohin die Reise geht: Gemeinsam mit dem Partner Metrologic präsentierte das Unternehmen eine neue 3D-Messlösung für die Fertigung. Diese besteht aus einem Laser Radar, das auf einem Roboter installiert ist und die Software Metrolog X4 i-Robot nutzt. Die Lösung ist für Messungen in der Produktion gedacht, soll aber Messergebnisse in der Qualität von Koordinatenmessgeräten bei kurzen Zykluszeiten liefern. Es wurde „insbesondere für die Automobilindustrie und die Raum- und Luftfahrt entwickelt, wo Flexibilität und Effizienz wichtige Produktivitätsfaktoren sind“, so Hajime Kosawa, CEO von Nikon Metrology.

Auch Hexagon versprach auf der Control einen Produktivitäts-Boost für die Fertigung – und zwar durch das vollautomatische optische 3D-Messsystem Blaze 600A. Auf Basis der Weißlicht-Scantechnik verbindet es hochauflösende digitale Bildgebungstechnik mit Blaulicht-LED-Beleuchtung und liefert schnell hochgenaue Freiformflächen- sowie Elementedaten. Sein großes Messfeld erfasst hochdichte Punktwolkendaten auf effiziente Weise, während die Projektionstechnologie das Scannen nahezu aller Materialien und aller Oberflächentypen ohne vorherige Oberflächenbehandlung sicherstellt. ■


Die Autorin

Sabine Koll

Redaktion

Quality Engineering


Experten vor laufender Kamera

Wenzel, Keyence oder Mahr – am Stand von Quality Engineering auf der Control berichteten Branchenexperten in Video-Interviews über aktuelle Trends und neue Produkte. Im Bild unsere Mitarbeiterin Anke Biester im Gespräch mit Ulrich Poblotzki, Vertriebsleiter von Guardus, der neue Funktionen zu den Themen Apps und Produktionslogistik vorstellte und von der Integration in das Zeiss-Produktportfolio berichtete. Christian Senninger, Accretech, stellte vor der Kamera die Systeme Surfcom C5 und Surfcom Touch vor. Und Dr. Heike Wenzel, CEO der Wenzel Group, erzählte, wie ihr Unternehmen das 50-jährige Jubiläum feiert.

Hier geht´s zu den Videos: https://quality-engineering.industrie.de/videos

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Videos Control 2018

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Titelbild QUALITY ENGINEERING pq6
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ABO

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Die Welt der Qualitätssicherung vom 24. bis 27. April 2018 zu Gast in Stuttgart

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