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Kalibrierlabor setzt auf integriertes Managementsystem

Qualitätsmanagement
Kalibrierlabor setzt auf integriertes Managementsystem

Um die hohen Anforderungen an Dokumentation und Revisionssicherheit zu erfüllen, nutzt das akkreditierte DAkkS-Kalibrierlabor Eumetron ein Qualitätsmanagementsystem mit elektronischer Unterstützung. Die Software von Consense sorgt für transparente Strukturen und klare Verantwortlichkeiten.

Zuverlässigkeit und Genauigkeit von Messgeräten spielen in vielen Branchen eine entscheidende Rolle. Damit diese gewährleistet sind, gibt es zahlreiche Normen und Richtlinien, die eine regelmäßige Überprüfung der Messprozesse sowie eine Kalibrierung der Messgeräte fordern.

Hochspezialisierte Unternehmen leisten hierbei Unterstützung. Eines davon ist Eumetron aus Aalen. Das Unternehmen ist auf Produkte und Dienstleistungen für die Fertigungsmesstechnik mit Schwerpunkt Koordinatenmesstechnik spezialisiert. Eumetron bietet Messungen im Bereich der Längenmesstechnik an. Zu den Kernkompetenzen des Unternehmens gehört die Kalibrierung von Referenznormalen und Referenzwerkstücken. Das Kalibrierlabor ist damit begehrter Dienstleister für Unternehmen, die die Kalibrierung eines Referenznormals benötigen – also eines Referenzobjektes, mit dem die Prüfgegenstände verglichen werden.

„Wir bekommen Referenzteile zugeschickt, die mit unseren Koordinatenmessgeräten gemessen werden“, erklärt Jan Hageney, administrativer Leiter des Kalibrierlabors bei Eumetron. „Die Maße eines solchen Referenznormals müssen sehr präzise bestimmt werden. Auf diesem Gebiet besitzen wir hochspezialisiertes Know-how und nutzen bestimmte Verfahren, die wir selbst entwickelt haben. Damit sind wir in der Lage, die wahren Dimensionen von Referenzgegenständen bei 20° C mit einer sehr geringen Messunsicherheit zu kalibrieren. Unsere Kunden erhalten dann einen Kalibrierschein der ermittelten Maße des Referenznormals mit den zugeordneten Messunsicherheiten für jedes Prüfmerkmal.“

Qualitätsmanagement entscheidet über geschäftlichen Erfolg

In dem 2005 gegründeten Unternehmen mit rund 40 Mitarbeitern spielt das Qualitätsmanagement eine entscheidende Rolle für den Geschäftserfolg. Das Unternehmen ist nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert. Diese Norm definiert die Anforderungen an die Kompetenz von Kalibrierlaboratorien, die dann entsprechende Kalibrierungen durchführen. Die Kunden von Eumetron sind vor allem Hersteller von Messgeräten oder von Referenznormalen, Betreiber von Kalibrierlaboren sowie unterschiedliche Firmen aus dem Maschinenbau und dem Bereich Automotive.

„Bauteile in diesen Branchen werden in immer größerer Zahl gefertigt. Da muss sichergestellt werden, dass das einzelne Exemplar die richtigen Maße aufweist“, sagt Hageney. „Dies wird mit verschiedensten Messeinrichtungen sichergestellt. Die hierzu eingesetzten Messgeräte werden mit Referenznormalen überwacht und kalibriert. Am besten wird dies mit einem Referenznormal realisiert. Diese Referenznormale wiederum werden bei uns mit kleinsten Messunsicherheiten kalibriert.“

Labor mit den kleinsten
Messunsicherheiten

Für die Herstellung derartiger Produkte fordert die Industrie Kalibrierungen durch Labore, die durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (Dakks) akkreditiert sind. Die Dakks ist eine Einrichtung der Bundesrepublik Deutschland. Sie bestätigt und überwacht als unabhängige staatliche Stelle die fachliche Kompetenz dieser Labore. Mit einer Akkreditierung bestätigt die Dakks, dass diese ihre Aufgaben fachkundig und konform mit geltenden Vorgaben entsprechender Normen, Richtlinien und Gesetze durchführen.

Eumetron ist eines von nur vier Dakks-akkreditierten Kalibrierlaboren, die in der Lage sind, komplexe Bauteile oder Einstellmeister mit beliebigen Prüfmerkmalen zu kalibrieren und dafür entsprechende Kalibrierscheine auszustellen. Eumetron ist derzeit das Kalibrierlabor, welches weltweit die kleinsten Messunsicherheiten für die Kalibrierung von Stufenendmaßen, Kugel- und Lochplatten auf Koordinatenmessgeräten realisieren kann.

Um die hohen Anforderungen – vor allem an Dokumentation, Revisionssicherheit und Bereitstellung von Nachweisen, zu erfüllen – entschieden sich die Verantwortlichen bei Eumetron für ein Qualitätsmanagementsystem mit elektronischer Unterstützung. 2018 wurde die Software Compact von Consense aus Aachen eingeführt. Das Unternehmen hat sich auf innovative und anwenderfreundliche Lösungen für das Qualitäts- und Integrierte Management spezialisiert.

Der Aufbau des neuen softwaregestützten Managementsystems begann im März 2018. Über tausend Dokumente wurden in Consense Compact übernommen und teilweise überarbeitet. Mit der anwenderfreundlichen Software ließen sich die Prozesse von Eumetron einfach und transparent in Form von Flussdiagrammen darstellen. Alle Schritte wurden dabei mit den jeweils zuständigen Mitarbeitern beziehungsweise Organisationseinheiten verknüpft. Die neue Software sorgt nun für transparente Strukturen sowie klare Verantwortlichkeiten und vereinfacht die Dokumentation. Die Zugriffe werden durch ein dezidiertes Rollen- und Rechtesystem geregelt.

Die Verlinkungen der einzelnen Prozessschritte und Dokumente zu den Normen ISO 17025 und ISO 9001 machen auf einen Blick sichtbar, wie die Erfüllung jeder einzelnen Normvorgabe bei Eumetron geregelt ist. „Eben diese Möglichkeit, den Normbezug herstellen zu können, war für uns unter anderem ausschlaggebend bei der Entscheidung für Consense“, so Hageney. „Jetzt lässt sich schnell und transparent belegen, wo und wie wir die verschiedenen Forderungen erfüllen. Außerdem war es sehr hilfreich für uns, dass das System eine eindeutige Festlegung der Zuständigkeiten fordert. Dabei fällt dann sofort auf, wenn dies an einer Prozessstelle gegebenenfalls noch nicht erfolgt ist.“

Software hält Mitarbeiter
auf aktuellem Stand

Den Mitarbeitern gefällt vor allem die anwenderfreundliche Bedienung des Systems, wie der administrative Leiter beschreibt: „Besonders positive Rückmeldungen haben wir zur Suchfunktion der Consense-Software erhalten. Die Volltextsuche ist besonders dann hilfreich, wenn man nicht das exakte Schlagwort im Kopf hat.“

Eine weitere Arbeitserleichterung, die Fehlern vorbeugt: Ob Wartungs- und Reinigungspläne für Messgeräte, Arbeitsanweisungen oder Informationen zu Sonderregelungen für bestimmte Kunden oder zu den richtigen Verpackungs- und Reinigungsmitteln sowie vieles mehr – das System stellt sicher, dass die Beschäftigten von Eumetron immer auf die aktuell gültige Version eines Dokuments oder Prozesses Zugriff haben. Auf nicht mehr gültige, gesperrte oder nicht mehr freigegebene Dokumente ist kein Zugriff möglich. Außerdem hat sich die automatische Anpassung von Kopf- und Fußzeilen der Dokumente in der täglichen Arbeitsroutine besonders bewährt. Diese müssen nun nicht mehr per Hand gepflegt werden, sondern werden automatisch vom System generiert.

Das elektronische Managementsystem bietet nun unter anderem wertvolle Unterstützung bei der Durchführung der regelmäßigen Überwachungsbesuche der Dakks. Aufgrund der Dakks-Akkreditierung werden diese nicht durch privatwirtschaftliche Organisationen, sondern von der staatlichen Deutschen Akkreditierungsstelle vorgenommen. Die Prüfer prüfen nicht nur auf dem Papier, sondern nehmen auch physische Kontrollen vor. „Sie wollen Messverfahren sehen, bringen ein Normal mit und lassen dies dann live vor Ort messen. Als Vertreter einer Bundesbehörde erhalten sie überall Zutritt“, berichtet Hageney.

Bei den Audits ist vor allem die Rückverfolgbarkeit von Bedeutung: Eumetron muss rückwirkend beliebige Dokumente wie Bestellungen, Rechnungen, Lieferscheine, Kalibrierscheine zur Verfügung stellen können. Auch Daten wie beispielsweise die Klimaaufzeichnung aus einem bestimmten Raum des Labors zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit gehören dazu. „Dann ging früher der Lauf nach den Dokumenten los“, sagt Hageney. „Unser QM-Handbuch war als PDF vorhanden und die entsprechenden Unterlagen auf viele Ordner und Unterordner verteilt. Die Zusammenstellung der geforderten Dokumente war sehr zeitintensiv. Jetzt werden die Unterlagen mit wenigen Klicks über das System sofort bereitgestellt.“

Modulares System passt sich
den Bedürfnissen der Anwender an

Nachdem alle Prozesse abgebildet und die notwendigen Dokumente im System erfasst waren, befassten sich die Verantwortlichen bei Eumetron mit dem Ausbau des Systems. Die Consense-Software ist modular aufgebaut, skalierbar und lässt sich jederzeit den Bedürfnissen ihrer Anwender anpassen. Bei Eumetron versprach man sich von den Modulen Consense Schulungsmanagement und Qualifikationsmanagement eine weitere Arbeitserleichterung. Denn die Zahl der Beschäftigten im Bereich des Kalibrierlabors ist in den vergangenen fünf Jahren von 10 auf 25 angewachsen – eine vergleichsweise hohe Anzahl für diesen spezialisierten Bereich. Die neuen Mitarbeiter mussten sorgfältig eingearbeitet werden.

Darüber hinaus muss das Unternehmen für alle Beschäftigten im Labor regelmäßige Schulungen und Nachweise über Qualifikationen erbringen. Zuvor wurde dies in verschiedenen Excel-Tabellen dokumentiert. Jetzt befindet sich die elektronische Lösung im Aufbau, die in Kürze entlang der kompletten Prozesskette der Personalentwicklung unterstützen soll: von der Planung, der Beantragung und der Genehmigung von Schulungen über Dokumentation und Wirksamkeitsprüfung bis hin zum automatischen Zertifikatsausdruck.

Dabei sorgt das Modul für optimale Übersicht, effiziente Abläufe und eine strukturierte Organisation – zum Beispiel von Anmeldungen, Wartelisten und wiederkehrenden Schulungsmaßnahmen. „Besonders hilfreich wird es für uns sein, dass das Modul automatisch und rechtzeitig an anstehende Schulungen erinnert und die Durchführung dokumentiert – damit können wir sichergehen, dass die erforderlichen Nachweise über Qualifikationen immer vollständig sind“, freut sich der administrative Leiter des Kalibrierlabors.

Strukturierte Einführung
zahlt sich aus

Rückblickend auf die Einführungsphase der Consense-Software hat Hageney noch einen Ratschlag für Nachahmer: „Wichtig ist es, den Aufbau des Systems gut zu planen und zu strukturieren. Unsere Geschäftsführung wusste, wie wichtig der Aufbau des digitalen QM-Systems von Beginn an ist und hat entsprechend Kapazitäten für die Einführung zur Verfügung gestellt. Das hat sich ausgezahlt.“

Die von Eumetron zunächst gewählte Version Compact wurde mittlerweile durch ein Upgrade auf die umfassendere Lösung Consense IMS Professional erweitert. „Für die Geschäftsführung steht bei einer solchen Einführung immer die Kosten-Nutzen-Rechnung im Mittelpunkt. Die kostengünstige, vom Funktionsumfang etwas reduzierte und in der Nutzerzahl begrenzte Compact-Version senkt die Hürde, den Schritt zum softwaregestützten Managementsystem zu gehen und ermöglicht einen schnelleren Einstieg“, erklärt Hageney. „Bei uns hat sich gezeigt, dass sich das Ausprobieren lohnt: Die Dakks-Audits haben bewiesen, dass unser Qualitätsmanagement mit der Software hervorragend funktioniert“, fügt er hinzu. „Als unsere Geschäftsführung sah, wie viel schneller und strukturierter damit gearbeitet wird, fiel die Entscheidung leicht, Consense für alle Mitarbeiter einzuführen, sodass wir auf die nächsthöhere Version umgestiegen sind.“

ConSense GmbH

Kackertstr. 11

52072 Aachen

Tel. +4924199093930

www.consense-gmbh.de


Bild: Consense

Dr. Stephan Killich

Geschäftsführung

Consense


Zum Unternehmen

Eumetron aus Aalen, Baden-Württemberg, bietet Produkte und Dienstleistungen für die Fertigungsmesstechnik an. Kernkompetenzen sind die dimensionelle/maßliche Kalibrierung von Referenznormalen und Werkstücken sowie die Messung von Geometrien aller Art. Das Unternehmen beschäftigt 40 Mitarbeiter.



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